Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat die Aktivitäten einer kriminellen Gruppe unterbunden, die mehr als 10 Millionen Hrywnja an staatlichen Mitteln veruntreut hat, die für die Reparatur kritischer Energieinfrastruktur vorgesehen waren. Der Betrug wurde im Rahmen einer Untersuchung von Beschaffungen für die Wärmekraftwerke (WKK) Tripolja und Simejewka aufgedeckt, die die Oblaste Kiew und Charkiw mit Energie versorgen.
Alte Rohre statt neuer: Wie das System funktionierte
Mitarbeiter des Geheimdienstes stellten fest, dass drei Personen an der Veruntreuung beteiligt waren: der Leiter einer Abteilung der Aktiengesellschaft «Zentrenergo» und zwei Eigentümer von Lieferantenfirmen. Die Beteiligten schlossen einen Vertrag über die Lieferung von Materialien für die Reparatur von Energieanlagen ab, verletzten jedoch die Ausschreibungsbedingungen grob.
Statt neuer Produkte, die gemäß staatlichen Standards beschafft werden sollten, boten die Beteiligten den Kraftwerken alte Rohre an. Laut Ermittlungen lag dieses Material lange Zeit im Freien, was seine Betriebsmerkmale erheblich beeinträchtigte.
Um den tatsächlichen Zustand und das Produktionsjahr der Materialien zu verschleiern, brachten die Täter gefälschte Markierungen auf die Rohre an und gaben sie als neue Produkte aus. Die Differenz zwischen dem tatsächlichen Wert der gebrauchten Materialien und dem im Vertrag angegebenen Preis wurde von den Beteiligten unter sich aufgeteilt.
Gefahr für das Energiesystem und finanzielle Verluste
Die Ermittlungen betonen, dass die Verwendung minderwertiger Materialien katastrophale Folgen gehabt hätte. Die SBU weist darauf hin, dass die Lieferung solcher Rohre den stabilen Betrieb der wichtigsten Wärmekraftwerke gefährdete, insbesondere vor Beginn der Heizperiode.
Durchgeführte Gutachten bestätigten, dass das gelieferte Produkt nicht den staatlichen Qualitätsstandards entsprach. Infolgedessen erlitt «Zentrenergo» direkte Verluste in Höhe von 10,4 Millionen Hrywnja.
Durchsuchungen und Anklage
Im Rahmen operativer Maßnahmen führten Mitarbeiter der SBU Durchsuchungen bei den Verdächtigen durch. Im Zuge der Ermittlungen wurden Mobiltelefone, Computergeräte und Dokumente sichergestellt, die das Bestehen des kriminellen Systems belegen.
Allen drei Beteiligten wurde bereits der Verdacht nach mehreren Artikeln des Strafgesetzbuchs der Ukraine bekannt gegeben, insbesondere wegen Untreue, Urkundenfälschung und Missbrauchs der Dienststellung. Die Gerichte müssen nun über die Wahl der Haftmaßnahme entscheiden. Ihnen drohen bis zu 12 Jahre Freiheitsstrafe mit Einziehung des Vermögens. Die vorgerichtliche Ermittlung läuft weiter.