Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat ein Netzwerk eines Agenten der Besatzungsverwaltung aufgedeckt, der versuchte, der Gerechtigkeit in der Hauptstadt zu entkommen. In Kiew wurde die ehemalige Stellvertreterin des Chefs der Besatzungsverwaltung von Altschewsk festgenommen – einer Stadt, die vorübergehend von russischen Truppen in der Region Luhansk besetzt wurde.
Karriere auf besetztem Gebiet
Laut Ermittlungen begann die Zusammenarbeit der Beschuldigten mit den russischen Besatzern bereits im Jahr 2014. Zu dieser Zeit war sie ein aktives Mitglied der verbotenen Partei der Regionen und bekleidete das Amt der Leiterin der städtischen Bildungsabteilung in Altschewsk. Nach der Invasion Russlands im Jahr 2022 leitete die Frau eine Abteilung der Besatzungsmacht.
Bevor jedoch der umfassende Angriff im Februar 2022 begann, beschloss die Beamtin, die Stadt zu verlassen. Der Grund für ihre Abreise war ein persönlicher Konflikt mit dem neuen, von den Besatzern eingesetzten „Bürgermeister“. Nach der Flucht aus dem Kampfgebiet zog sie nach Kiew, wo sie bei ihren Kindern wohnte.
Leben im Verborgenen und Aufdeckung
In der Hauptstadt gelang es der ehemaligen Beamtin, ihre Vergangenheit zu verbergen. Sie fand eine Stelle in einem Zentrum für soziale Dienste und führte dort ein normales Leben, bis sie von der Kontraufklärung aufgedeckt wurde. Während Durchsuchungen am Arbeitsplatz und zu Hause sicherten Ermittler Computergeräte und Smartphones, die unumstößliche Beweise für die Zusammenarbeit mit dem Feind enthielten.
Ihr wurde nun offiziell der Verdacht gemäß Teil 1 des Artikels 111 des Strafgesetzbuchs der Ukraine (Hochverrat) mitgeteilt. Für dieses Verbrechen droht der Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren mit Einziehung des Vermögens.
Kontext der Arbeit des SBU
Diese Festnahme war Teil einer Serie erfolgreicher Operationen der Kontraufklärung. Anfang Juli vereitelte der SBU zuvor einen Versuch, neueste ukrainische Entwicklungen im Bereich unbemannter Fluggeräte zu stehlen. Dabei wurde ein Dozent der Akademie des Verteidigungsministeriums beim Spionieren erwischt. Auch in Lwiw wurde ein russischer Agent festgenommen, der plante, eine Werkstatt eines Rüstungsbetriebs in die Luft zu sprengen und die Sabotage als Produktionsunfall zu tarnen.