Die Militärgeheimdienst der Sicherheitsdienste der Ukraine (SBU) in Dnipro hat eine 17-jährige Einheimische verhaftet, der Zusammenarbeit mit russischen Geheimdiensten vorgeworfen wird. Wie die Pressestelle der SBU unter Berufung auf Ermittlungsmaterial mitteilte, bereitete die junge Frau die aufklärerische Grundlage für eine neue Serie kombinierter Raketen- und Drohnenangriffe auf die Stadt. Laut Geheimdienstinformationen wurde die Beschuldigte in der Anfangsphase ihrer subversiven Tätigkeit entlarvt und an ihrem Wohnort festgenommen. Die Maßnahmen wurden von Mitarbeitern des Militärgeheimdienstes der SBU unter der prozessualen Leitung der Regionalstaatsanwaltschaft Dnipropetrowsk durchgeführt.

Anwerbung über „einfaches Geldverdienen“ in Telegram

Laut Aktenmaterial geriet die Beschuldigte durch Telegram-Kanäle in das Blickfeld russischer Geheimdienste, in denen nach Menschen für sogenanntes „einfaches“ Geldverdienen gesucht wurde. Genau über solche Kanäle erfolgte laut Ermittlungsversion die Anwerbung der 17-jährigen Dnipro-Bürgerin. Nachdem die junge Frau ihr Einverständnis zur Zusammenarbeit gegeben hatte, erhielt sie Aufgaben zur Sammlung von Informationen über die Lage ukrainischer militärischer Verbände in der Stadt.

Was genau die Beschuldigte sammelte

Die Ermittlungen legen nahe, dass die junge Frau nach der Anwerbung zu Fuß durch die Straßen Dnipros ging und versteckt Orte fotografierte, die ihrer Meinung nach von ukrainischen Militärs genutzt wurden. Die gesammelten Informationen übermittelte sie ihrem russischen Kurator über einen Messenger: Es handelte sich um Fotografien sowie Screenshots von Google Maps mit Markierungen potenzieller Ziele. Laut SBU bestand die Aufgabe darin, die Koordinaten von Einheiten der ukrainischen Streitkräfte (AFU) und der Nationalgarde in Dnipro zu verfolgen, die Russland zur Vorbereitung neuer kombinierter Angriffe hätte nutzen können. Bei der Durchsuchung wurde ein Smartphone sichergestellt, auf dem Aufklärungsfotos und Koordinaten ukrainischer Objekte gespeichert waren.

Qualifikation und mögliche Haftstrafen

Die Ermittler der SBU haben der jungen Frau den Verdacht gemäß Teil 3 des Artikels 114-2 des Strafgesetzbuchs der Ukraine mitgeteilt – nicht genehmigte Verbreitung von Informationen über die Verlegung, Bewegung oder Lage der AFU und anderer militärischer Formationen im Zustands des Kriegszustands. Der Beschuldigten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 12 Jahren. Darüber hinaus wird laut Ermittlungen die Frage einer zusätzlichen Qualifikation ihrer Handlungen als Hochverrat geprüft. Die Ermittlungen dauern derzeit an.

Kontext: Serie von Verhaftungen von Informanten

Die Verhaftung in Dnipro fügt sich in eine Reihe von Operationen des Militärgeheimdienstes gegen Netzwerke ein, die Angriffe auf ukrainische Städte vorbereiten. Zuvor hatten die Strafverfolgungsbehörden eine Informantin verhaftet, die neue Angriffe auf die Region Charkiw vorbereitet hatte, und in Cherson wurde ein ganzes Netzwerk feindlicher Informanten aufgedeckt, die Raketenangriffe auf Einheiten der Verteidigungskräfte vorbereiteten. Diese Fälle belegen, dass die Anwerbung über soziale Netzwerke und Messenger weiterhin einer der wichtigsten Kanäle für die Rekrutierung von Agenten zur Vorbereitung kombinierter Angriffe ist.