Regelmäßige feindliche Beschussaktionen richten weiterhin Schäden an der Infrastruktur der Ukraine an und zerstören oder beschädigen Wohnhäuser in Kiew und anderen Städten. Unter den Bedingungen des anhaltenden Krieges ist nicht nur die physische Wiederherstellung der Gebäude von kritischer Bedeutung, sondern auch die genaue Erfassung des verursachten Schadens. Genau von der Zuverlässigkeit der Daten hängt es ab, ob Bürger staatliche Entschädigungen erhalten können.

Im ukrainischen Parlament (Werchowna Rada) wurden die Funktionsmechanismen des Systems zur Erfassung von Zerstörungen erläutert, wobei Gerüchte widerlegt wurden, wonach in Kiew angeblich keine einheitliche Liste der betroffenen Objekte existiere. Die Vorsitzende des Ausschusses der Werchowna Rada für Fragen der Organisation der Staatsgewalt, der lokalen Selbstverwaltung, der regionalen Entwicklung und des Städtebaus, Jelena Schulyak, bestätigte: Im Land gibt es ein einziges verifiziertes staatliches Instrument – das Register beschädigter und zerstörter Vermögenswerte (RPUW).

Wie das System zur Erfassung von Zerstörungen funktioniert

Laut den von Schulyak geäußerten Informationen unterliegt der Prozess der Schadensfeststellung einer klaren Regulierung. Bürger können Daten über Zerstörungen nicht selbstständig in das staatliche Register eintragen. Stattdessen sieht der Ablauf wie folgt aus:

  • Wohnungseigentümer reichen Informationsmitteilungen und Anträge über das digitale Portal «Diia» ein.
  • Innerhalb von 30 Tagen müssen spezielle Kommissionen bei den Organen der lokalen Selbstverwaltung den Objekt überprüfen.
  • Die Kommissionen untersuchen das Haus und bestätigen den Tatbestand der Zerstörung oder Vernichtung dokumentarisch.
  • Nur nach der Verifizierung werden die Daten in das RPUW eingetragen.

Genauso dieses Register wurde zur Grundlage für den Start des Entschädigungsprogramms «єВідновлення» (eWidnowlennia). Ohne die Registrierung des Objekts im RPUW ist die Arbeit des Programms unmöglich. Schulyak betonte, dass Diskussionen über die Schaffung neuer Register sinnlos seien, da das staatliche Instrument bereits geschaffen und funktionsfähig ist.

Das Problem der Datenqualität

Das Hauptproblem besteht heute nicht im Fehlen eines Erfassungssystems, sondern darin, wie vollständig und qualitativ hochwertig die lokalen Behörden das bereits bestehende Register befüllen. Laut der Abgeordneten muss Kiew, wie auch andere Regionen, Adressen beschädigter Häuser, Informationen über die Art der Zerstörungen und den technischen Zustand der Objekte in das System eingeben.

Stand Mitte Juli waren im RPUW mehr als 400.000 Entschädigungsanträge von Ukrainern registriert, deren Wohnraum beschädigt oder zerstört wurde. Schulyak merkte an, dass das zuständige Ministerium die Informationen aus dem Register für die Planung von Wiederherstellungsarbeiten und die Mittelverteilung nutzt.

Die Politikerin forderte die lokalen Behörden auch zu größerer Transparenz auf. Sie stellte fest, dass nichts die Organe der lokalen Selbstverwaltung daran hindert, die eingetragenen Daten zu veröffentlichen und die Bewohner über die tatsächliche Anzahl und den Zustand beschädigter Häuser zu informieren. Dies würde es ermöglichen, eine öffentliche Diskussion auf der Grundlage überprüfter Zahlen und nicht auf Spekulationen über das Fehlen von Informationen zu führen.

Die Fähigkeit des Staates, das Ausmaß der Zerstörungen zu bewerten und das Wiederherstellungsprogramm effektiv umzusetzen, hängt direkt von der Zuverlässigkeit der eingetragenen Daten ab. Zuvor wurde berichtet, dass Ukrainer beschädigtes Eigentum nach einem vereinfachten Verfahren festhalten können, was den Prozess der Zahlungserstattung beschleunigen soll.