Die Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew hat beschlossen, vorübergehend zu einem Remote-Format für Arbeit und Studium überzugehen. Die neuen Regelungen treten am 29. September in Kraft und gelten mindestens bis zum 16. Oktober 2026. Diese Maßnahmen wurden von der Universitätsleitung aufgrund einer spürbaren Verschlechterung der Sicherheitslage in der ukrainischen Hauptstadt ergriffen.
Organisation des Bildungsprozesses und der Arbeit
Alle Vorlesungen und Seminare werden ausschließlich online in strikter Übereinstimmung mit den aktuellen Stundenplänen durchgeführt. Labor-, Praxis- und Kontrollarbeiten werden je nach aktueller operativer Lage entweder verschoben oder an das Online-Format angepasst. Die Studierenden werden über offizielle Kanäle der Fakultäten und Studiengruppen über Änderungen informiert.
Das Verwaltungs- und Lehrpersonal wurde ebenfalls auf Heimarbeit umgestellt. Die Kommunikation mit Studierenden und Kollegen erfolgt über E-Mails, spezielle Bildungsplattformen und andere digitale Kanäle. Gleichzeitig arbeitet die kritische Infrastruktur der Universität unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen weiter.
Sicherheit und Universitätsinfrastruktur
Trotz der allgemeinen Verlagerung ins Internet wird ein Teil der Mitarbeiter weiterhin vor Ort tätig sein. Dies betrifft Personal, das für die Aufrechterhaltung des Universitätsbetriebs zuständig ist, sowie Wach- und Notdienste. In allen Universitätsgebäuden und Studentenwohnheimen ist ein rund um die Uhr zugänglicher Schutzraum gewährleistet.
Die Universitätsleitung hat sich verpflichtet, eine stabile Verbindung zu allen Beteiligten aufrechtzuerhalten und die sichere Aufbewahrung wichtiger Daten zu gewährleisten. Die Frist dieser Beschränkungen kann je nach Entwicklung der Lage in der Region durch einen gesonderten Erlass verlängert werden.
Kontext und vorherige Angriffe
Die Entscheidung zum Fernunterricht erfolgt vor dem Hintergrund jüngster massiver Angriffe auf Kiew. Am 16. September wurde der Sportkomplex der Schewtschenko-Universität durch einen feindlichen Angriff schwer beschädigt; Fensterscheiben gingen zu Bruch und die Fassade wurde in Mitleidenschaft gezogen, wobei es jedoch keine Verletzten gab. Darüber hinaus wurden am 28. September Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft getroffen, was zivile Opfer zur Folge hatte.