Der große ukrainische Hersteller von Eisenerz, Ferrexpo, hat beschlossen, den Export von Eisenerz-Briketts auf dem Seeweg vorübergehend einzustellen. Grund dafür ist die Eskalation der Kampfhandlungen im Schwarzen Meer und direkte Angriffe auf die Infrastruktur der Häfen des Großraums Odessa.
Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf eine offizielle Erklärung des Unternehmens an der Londoner Börse berichtet, gilt der Logistikkorridor derzeit als nicht mehr für den sicheren Transport von Gütern geeignet.
Vorfall mit einem Schiff und menschliche Verluste
Der unmittelbare Anlass für die Überarbeitung der Logistikstrategie war ein Vorfall mit einem Frachtschiff, das mit Briketts beladen war. In ukrainischen Gewässern des Schwarzen Meeres wurde das Schiff mit unbemannten Luftfahrzeugen angegriffen. Durch den Treffer erlitt das Schiff Schäden.
Obwohl das Schiff noch schwimmt, ist der genaue Zustand der Ladung und die Integrität des Rumpfes derzeit nicht geklärt. Die Tragödie forderte Opfer: Ein Besatzungsmitglied kam ums Leben.
Wirtschaftliche Folgen und Reaktion des Marktes
Ferrexpo weist darauf hin, dass die Kombination aus dem Vorfall mit dem Schiff und dem anschließenden Verweigerungsakt der Reedereien, Fahrten durchzuführen, zu einer vollständigen Blockade der Seeroute geführt hat. Derzeit sind die Verladungen ausgesetzt.
Zuvor hatte das Unternehmen geplant, die Exportvolumen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 zu erhöhen, doch die aktuelle Lage macht diese Pläne in naher Zukunft unrealisierbar. Ferrexpo hat bereits das Verfahren eingeleitet, sich an die Versicherungsunternehmen zu wenden, um Schäden gemäß den bestehenden Verträgen ersetzt zu bekommen.
Gesamtsituation in der Region
Probleme mit Logistik und Sicherheit machen sich nicht nur in Odessa, sondern auch in anderen Regionen bemerkbar. In Schtscherbinka (nahe Saporischschja) hat das Einkaufszentrum Metro seinen Betrieb seit dem 1. August vorübergehend eingestellt, bedingt durch Beschuss. Auch der Südbergbau- und Aufbereitungskombinat hat die Entscheidung getroffen, die Förderung vorübergehend einzustellen und die Aktivitäten teilweise einzuschränken, was direkt mit der Verschlechterung der Bedingungen für die Seelogistik zusammenhängt.