Bei einem nächtlichen Raketenangriff russischer Besatzer in der Ukraine wurde ein Lager des Verlags Bookchef zerstört. Laut Angaben des Unternehmens kamen bei dem Brand mehr als 100.000 Buchexemplare ums Leben, darunter frische Auflagen, die eigentlich in den Verkauf kommen sollten.
Zerstörung des Ersatzlagers
Der Raketenangriff traf ein Ersatzlager, das auf dem Gelände des Logistikpartners Denka Logistics untergebracht war. Dies geschah nur kurze Zeit nachdem der Standort in Betrieb genommen worden war, um das zentrale Lager zu ersetzen, das bei einem früheren Angriff zerstört worden war.
Vertreter von Bookchef gaben bekannt, dass die verbrannten Bücher Lagerbestände und Neuerscheinungen waren, die kürzlich aus den Druckereien eingetroffen waren. Ein Teil dieser Ausgaben hat die Leser nie erreicht.
„Wir freuen uns immer, wenn eine neue Auflage aus der Druckerei ankommt. Heute ist anstelle dieser Freude nur Leere übrig“, hieß es im Verlag und unterstrich damit das Ausmaß des kulturellen Verlusts.
Folgen für den Markt und die Leser
Gegenwärtig bewertet das Unternehmen die Schäden durch den feindlichen Angriff. Infolgedessen ist Bookchef gezwungen, die Fristen für Vorbestellungen zu überarbeiten, was Tausende von Lesern betrifft, die auf die Ankunft von Neuerscheinungen warteten.
Es ist nicht der erste Fall der Zerstörung von Buchbeständen im Verlauf des Krieges. Am 2. Juli brannten infolge eines Treffers auf das zentrale Lager von Denka Logistics etwa 800.000 Bücher des Verlags Bookchef ab. Somit wurden innerhalb kurzer Zeit Hunderttausende Exemplare aus dem Verkehr gezogen.
Massive Angriffe auf die Logistik
Der Angriff auf das Lager von Bookchef war Teil einer Serie von Schlägen gegen wichtige Logistikzentren der Ukraine. Durch russische Beschussaktionen wurden Objekte anderer großer Unternehmen zerstört oder beschädigt:
- Das Hauptlager von INTERTOP Ukraine wurde vollständig zerstört; von dort wurden täglich Zehntausende Bestellungen im ganzen Land versandt.
- Das zentrale Lager für Produkte von LIQUI MOLY Ukraine erlitt Schäden, obwohl das Unternehmen bereits an der Wiederherstellung der Lieferketten arbeitet.
- Angriffe verursachten Schäden an den Objekten von „Epizentr“, ROZETKA und „Nova Poshta“.
Die massiven Verluste in der Logistikinfrastruktur schaffen Risiken für Engpässe bei einzelnen Waren und erschweren die Geschäftstätigkeit unter den Bedingungen des anhaltenden Krieges. Wie genau diese Ereignisse den Markt und die Verbraucher beeinflussen, zeigt ein Beitrag von RBC-Ukraine.