Das Kiewer Verlagshaus „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“, dessen Bücherlager in der Nacht vom 28. August 2026 bei einem russischen Angriff zerstört wurde, hat neue Räumlichkeiten für seine Arbeit gefunden. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die offizielle Mitteilung des Verlags auf Instagram. Das Team lädt den neuen Raum bereits aktiv mit Büchern auf und hofft, die Lieferung von Bestellungen an die Leser bereits in der kommenden Woche wieder aufzunehmen. „Wir haben ein neues Lager gefunden, rüsten es jetzt aktiv auf und befüllen es mit Büchern. Wir hoffen, dass wir bereits ab nächster Woche wieder Bestellungen versenden können“, erklärte der Verlag.

Chronik der Zerstörungen: von BookChef bis „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“

Die Zerstörung des Lagers von „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“ war Teil einer systematischen Reihe von Angriffen auf die Buchlogistik der Ukraine. In der Nacht vom 2. Juli 2026 zerstörten russische Schläge das zentrale Lager des Logistikpartners des Verlags BookChef, wobei rund 800.000 Bücher verbrannten. Bereits einen Monat später, am 5. August, vernichtete ein ähnlicher Angriff ein weiteres BookChef-Lager – damals beliefen sich die Verluste auf über 100.000 Exemplare. So verlor die ukrainische Buchbranche in weniger als zwei Monaten millionenfache Bestände, was nicht nur einzelne Verlage, sondern die gesamte Lieferkette für Druckprodukte bedroht.

Zweites Opfer derselben Nacht: Vivat-Lager in Swjatopetrowsk

In derselben Nacht vom 28. August brannte in Swjatopetrowsk in der Oblast Kiew ein Lager, in dem Tausende Bücher populärer ukrainischer Verlage gelagert wurden. Das Feuer vernichtete Produkte des Verlags Vivat sowie Waren der Buchhandlungen Readeat und Book.ua, deren Logistik auf diesem Objekt konzentriert war. Vivat erklärte umgehend, dass es nicht beabsichtige, seine Arbeit einzustellen: Die Offline-Buchhandlungen funktionieren weiter, und E-Books sowie Hörbücher sind online bestellbar. Dennoch bedeutet der physische Verlust der gedruckten Auflagen, dass die Wiederherstellung des Sortiments im Einzelhandel erhebliche Zeit in Anspruch nehmen wird.

Löschung des Posts und Welle der Unterstützung durch Leser

Nach der Mitteilung über die Zerstörung des Lagers hinterließen Leser massenhaft Worte der Unterstützung und teilten persönliche Erinnerungen an Bücher von „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“ in den Instagram-Kommentaren. Allerdings, so das Team des Verlags, löschte die Plattform den ursprünglichen Post anschließend, und zusammen mit ihm verschwanden auch alle Kommentare der Nutzer. Dieser Umstand fügte der Situation ein Element zusätzlicher Verwundbarkeit hinzu: Die öffentliche Reaktion des Publikums, die zu einer wichtigen sozialen Ressource in der Krisenzeit hätte werden können, wurde faktisch getilgt. Trotz allem betonte der Verlag, dass es jedem dankt, der seine Bücher bestellt hat, bestellt und bestellen wird, und bezeichnete eine solche Unterstützung als „sehr wichtig“.

Reaktion der Behörden und Perspektiven der Wiederherstellung

Angesichts der wiederholten Angriffe auf die Buchinfrastruktur erklärten die Kiewer Behörden, beabsichtigen, dem Verlag zusätzlichen Schutz zu gewährleisten. Wie Focus unter Berufung auf den Vertreter der Stadtverwaltung Nowochahatko berichtete, werden die städtischen Strukturen bei der Absicherung der Objekte der Buchbranche unterstützen. Für „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“ ist der entscheidende Faktor derzeit die Geschwindigkeit der Vorbereitung des neuen Lagers: Wenn Logistik und Beladung planmäßig abgeschlossen werden, wird die Versendung von Bestellungen bereits in der kommenden Woche wieder aufgenommen. Dennoch wird die vollständige Wiederherstellung des verlorenen Sortiments und des Vertrauens in die Lieferzeiten deutlich länger als eine Woche dauern.

Widersprüchliche Daten

In den bereitgestellten Quellen wurden keine wesentlichen Abweichungen in Daten und Zahlen festgestellt: Alle drei Quellen (RBC-Ukraine, 24tv, Focus) stimmen darin überein, dass das Lager in der Nacht vom 28. August 2026 zerstört wurde und dass der Verlag neue Räumlichkeiten sucht. Der einzige Unterschied betrifft den Schwerpunkt: RBC-Ukraine und 24tv konzentrieren sich auf den operativen Aspekt (Lagersuche, Lieferfristen), während Focus die Frage des staatlichen Schutzes aufwirft. Dabei wird der genaue Umfang der Verluste von „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“ an Büchern und materiellen Vermögenswerten in offenen Quellen nicht offengelegt, was Raum für Unsicherheit bei der Bewertung des Schadensumfangs lässt.