Die ukrainische Regierung hat eine beispiellose Entscheidung getroffen: Der Staat gewährt Unternehmen prioritären Zugang zu staatlichen Räumlichkeiten zur Dezentralisierung der Lagerkapazitäten. Diese Maßnahme soll die kritisch wichtige Logistik vor systematischen Angriffen der russischen Armee schützen.

Frist von drei Tagen

Ministerpräsident Serhiy Kuretskyj erteilte den zuständigen Behörden eine strikte Anweisung. Das Wirtschaftsministerium, die Agentur für Restrukturierung und Vermögensverwaltung (ARMA) und der Fonds für staatliches Eigentum müssen innerhalb von drei Tagen eine Liste der Objekte erstellen, die für die Bedürfnisse der Wirtschaft bereitgestellt werden können.

„Standardansätze funktionieren im Krieg nicht – es sind schnelle und unkonventionelle Lösungen erforderlich', betonte der Regierungschef.

Hauptziel der Initiative ist es, die ununterbrochene Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und Gütern des täglichen Bedarfs sicherzustellen, insbesondere in die Grenzregionen, wo die logistische Lage am akutesten ist.

Umfang der Zerstörung

Die Entscheidung zur Überlassung von Staatseigentum wurde vor dem Hintergrund massiver Angriffe auf die Logistikinfrastruktur getroffen. Russische Schläge haben Schlüsselakteuren des Marktes enormen Schaden zugefügt:

  • INTERTOP Ukraine: Das Hauptlogistiklager wurde vollständig zerstört. Vor dem Angriff wurden täglich Zehntausende Bestellungen in ganz Ukraine von dort versandt.
  • LIQUI MOLY Ukraine: Das Zentrallager erlitt schwere Schäden, doch das Unternehmen arbeitet bereits an der Wiederaufnahme der Lieferungen.
  • Große Einzelhändler und Logistikunternehmen: Im Rahmen des nächtlichen Angriffs wurden Objekte von „Epizentr', ROZETKA und „Nova Poshta' beschädigt.
  • BookChef: Das zweite Lager des Verlags wurde zerstört, wobei mehr als 100.000 Bücher verbrannten.

Kampf um die Versorgung

Der Ministerpräsident stellte fest, dass der Gegner gezielt Unternehmen angreift, die Millionen von Ukrainern versorgen. Unter den Bedingungen, in denen traditionelle Arbeitsmethoden ihre Wirksamkeit verloren haben, übernimmt der Staat die Rolle des Garanten für die Kontinuität der Lieferketten. Unternehmen können nun schneller alternative Standorte für die Lagerung von Waren finden und das Risiko weiterer Verluste minimieren.