In der Ukraine wurde ein umfassendes Experiment zur Verwaltung einzigartiger staatlicher Vermögenswerte gestartet. Der Fonds für staatliches Eigentum (FGIU) plant, zwei bedeutende Objekte in Konzession zu übergeben: das Schloss Schönborn in der Transkarpatien und das Sanatorium „Kujalnik“ in der Oblast Odessa. Diese Initiative soll privates Kapital für Restaurierung und Modernisierung anziehen, wobei das Eigentum weiterhin beim Staat verbleibt.

Wie Dmitrii Natalucha, Vorsitzender des FGIU, in einem Interview mitteilte, sucht das Ministerium nach neuen Verwaltungsinstrumenten für Objekte, die rechtlich schwer oder nicht zweckmäßig zu verkaufen sind. „Wir verwalten mehrere Vermögenswerte, die wir aufgrund gesetzlicher Beschränkungen nicht verkaufen können, da sie historischen und kulturellen Wert haben“, erklärte der Leiter des Fonds.

Neue Abteilung und öffentlich-private Partnerschaft

Zur Umsetzung dieser Strategie hat das FGIU im vergangenen Monat eine spezielle Abteilung von Grund auf neu gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Ministerium nicht mit der Richtung der öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) beschäftigt. Der Kern der Idee besteht darin, private Expertise und Investitionen ohne Übertragung des Eigentumsrechts zu gewinnen. Der Eigentümer bleibt der Staat, während das Objekt vom Unternehmen verwaltet wird.

Dmitrii Natalucha betonte, dass es in der Ukraine praktisch keine solche Erfahrung gibt, während sie in Europa Standard ist. Als Beispiele nannte er Österreich, Tschechien, Spanien und Frankreich, wo ähnliche Objekte erfolgreich in Hotels, Restaurants und Museen umgewandelt werden.

Schloss Schönborn: Das erste Pilotprojekt

Das transkarpatische Schloss Schönborn wurde zum ersten Pilotprojekt des Fonds im Bereich ÖPP. Das FGIU hat bereits auf mehreren Plattformen und Foren eine Ausschreibung zur Verwaltung der Burg ausgeschrieben. Laut Natalucha haben sich mindestens zwei Investoren interessiert, die das Objekt in Konzession übernehmen möchten.

Die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts wird einen Präzedenzfall schaffen. Der Leiter des FGIU merkte an, dass der Fonds bei Erfolg mit anderen Ministerien zusammenarbeiten könnte, die ähnliche historische Werte auf ihrer Bilanz haben. Insbesondere gibt es im ukrainischen Verteidigungsministerium drei bis vier Güter und Schlösser, die potenziell denselben Weg gehen könnten.

Sanatorium „Kujalnik": Eine Herausforderung für Investoren

Das zweite Pilotprojekt ist das Sanatorium „Kujalnik“ in der Oblast Odessa. Dmitrii Natalucha gab zu, dass sich das Objekt in einem katastrophalen Zustand befindet und für seine Wiederherstellung eine umfassende Modernisierung erforderlich ist, die der Staat unter Kriegsbedingungen nicht selbst finanzieren kann.

„Kujalnik“ benötigt ein Team, das sich ausschließlich mit diesem Objekt befasst und seine Zukunft bestimmt: Wird es ein SPA-Resort oder etwas anderes? Der Leiter des Fonds gab den Mangel an eigenen Fachkräften zu: Im ganzen Welt gibt es nur einige Dutzend Unternehmen, die über die Kompetenzen verfügen, solche Wiederherstellungsprozesse aufzubauen, und unter den Mitarbeitern des FGIU gibt es keine solchen Spezialisten. Daher ist die Einbindung eines privaten Partners mit entsprechender Expertise der einzige Ausweg.

Die ukrainische Gesetzgebung über Konzessionen und öffentlich-private Partnerschaften ermöglicht es, Eigentum für einen langen Zeitraum an Investoren zur Verwaltung zu übergeben. Dabei übernimmt der Investor die Verpflichtung, das Objekt zu erneuern und seinen bestimmungsgemäßen Zweck zu erhalten.