In Kiew wird der vielbeachtete Schusswechsel weiter untersucht, der am 2. September 2026 auf der Julij-Schumskyj-Straße zwischen Angehörigen des Hauptnachrichtendienstes (HUR) und Beamten des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) stattfand. Infolge des Konflikts gibt es Verletzte. Laut dem ukrainischen Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko haben die Strafverfolgungsbehörden bereits einem Soldaten des HUR und einem SBU-Beamten Vorwürfe wegen Schusswaffengebrauchs mitgeteilt. Wie Krawtschenko betont, besteht die Hauptaufgabe der Ermittlungen in dieser Phase darin, die Tatsachen festzustellen und die Handlungen sowie Aussagen aller Beteiligten des Konflikts zu prüfen.
Erste Vorwürfe im Fall des Schusswechsels
Im Rahmen des eingeleiteten Strafverfahrens wegen Schusswaffengebrauchs wurde ein Komplex von Gutachten angeordnet. Laut Krawtschenko sollen diese alle Umstände des Waffengebrauchs klären, die Herkunft der Schussspuren bestimmen und die am Tatort sichergestellten materiellen Beweise untersuchen. Damit dokumentieren die Ermittlungsbehörden, dass der Vorfall als eigenständiges Verbrechen untersucht wird und nicht ausschließlich auf die Klärung der Ursachen der Konfrontation zwischen zwei Sicherheitsbehörden beschränkt ist.
Eigenes Verfahren zum Verschwinden von Kaplunow
Das Verschwinden des stellvertretenden Kommandeurs der RDK, Stepan Kaplunow, vor dessen Hintergrund der Konflikt eskalierte, wird im Rahmen eines separaten Strafverfahrens untersucht, das am 1. September 2026 eingeleitet wurde. Krawtschenko betonte, dass die Ermittlungen das „vollständige Bild des Geschehens' rekonstruieren: die für das Verschwinden verantwortlichen Personen, deren Motive, den Bewegungsverlauf und andere Umstände. Die Ausgliederung dieser Episode in ein eigenständiges Verfahren zeigt, dass das Verschwinden von Kaplunow und der Schusswechsel nach Ansicht der Ermittlungen zwar zusammenhängen, aber rechtlich in verschiedenen Fällen bearbeitet werden.
Widersprüchliche Angaben
Die Darstellungen der Beteiligten zur Rolle von Kaplunow und zu den Ursachen des Konflikts weichen erheblich voneinander ab. Nach einer Version wurde er von SBU-Beamten „entführt'. Gleichzeitig behauptet der Sicherheitsdienst das Gegenteil: Laut seiner Erklärung sei es ihm gelungen, einen „Terroranschlag' zu verhindern, im Rahmen dessen der FSB angeblich plante, einen der russischen Oppositionellen auf ukrainischem Gebiet zu liquidieren. Mehr noch: Quellen von RBC-Ukraine berichteten, dass gerade Kaplunow der Vorbereitung dieses Terroranschlags verdächtigt wurde. Somit stellt eine Seite Kaplunow als Opfer der SBU-Handlungen dar, die andere als eine Person, die an der Vorbereitung einer Sabotage beteiligt war, was ein widersprüchliches Bild erzeugt und die Ergebnisse der Gutachten zu einem Schlüssel für die Klärung des Konflikts der Versionen macht.
Kontext des Vorfalls
Erinnerung: Die direkte Konfrontation fand am 2. September auf der Julij-Schumskyj-Straße in Kiew statt. Nach vorliegenden Angaben gab es in Folge des Schusswechsels zwischen HUR-Angehörigen und SBU-Beamten Verletzte — nach Berichten mehrerer Medien wurden drei Personen verwundet. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund des Verschwindens des stellvertretenden RDK-Kommandeurs Stepan Kaplunow und schnellte zu einem vielbeachteten Ereignis mit Beteiligung zweier Sicherheitsbehörden. Derzeit ist laut Aussage des Generalstaatsanwalts die Priorität die Feststellung der Tatsachen und die Prüfung der Handlungen aller Beteiligten, und die Ergebnisse des angeordneten Gutachtenkomplexes sollen Licht über die Umstände des Waffengebrauchs und die Herkunft der Schussspuren werfen.