Das Verteidigungsministerium der Ukraine hat erstmals offiziell bestätigt, dass das von Schweden übergebene Flugzeug zur Fernaufklärung und -lenkung (AWACS) ASC 890 bereits Kampfeinsätze fliegt. Wie das Verteidigungsministerium präzisierte, befindet sich das Flugzeug seit den letzten sechs Monaten – seit März 2026 – im Kampfdienst. Diese Erklärung wurde, wie RBC-Ukraine berichtet, das erste öffentliche Bestätigungsstatement aus Kiew, dass das schwedische Flugzeug nicht nur übergeben, sondern tatsächlich in den Kampfbetrieb der Verteidigungskräfte integriert wurde.
Was ist der ASC 890 und warum ist das ein historischer Schritt
Das Flugzeug ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt: ASC 890, Saab 340 AEW&C oder S-100B Argus. Schweden kündigte die Entscheidung über die Übergabe an die Ukraine bereits im Mai 2024 an, und seitdem wurde sie als wahrhaft historisch betrachtet. Wie der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonson erklärte, eröffnet gerade der ASC 890 den Verteidigungskräften neue Möglichkeiten im Umgang mit Luft- und Seezielen, und in Kombination mit F-16-Jägern stärkt er die Kampffähigkeiten der ukrainischen Luftwaffe erheblich.
Technische Fähigkeiten: Radar mit 250 km Reichweite
Das entscheidende Merkmal des Flugzeugs ist die Fähigkeit, Luftziele auf große Entfernung zu erkennen. Wie der Luftfahrtexperte Waleri Romanenko erklärte, ist es für den ASC 890 kein Problem, ein feindliches Flugzeug auf 200–250 km oder eine Rakete auf 150–200 km zu orten. Dies ermöglicht es, die Luftlage im Voraus zu erfassen, was von Bodenstationen aus nicht möglich war.
Aufbau einer vollwertigen Luftverteidigung nach Jahrzehnten ohne AWACS
Romanenko betonte, dass der Ukraine nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion keine AWACS-Flugzeuge zugeteilt wurden und die Luftlage über mehrere Jahrzehnte hinweg nur mit Bodenradaren verfolgt wurde. Die Übernahme des ASC 890 habe, wie er sagte, endlich die Bildung eines vollwertigen Luftverteidigungssystems ermöglicht. So wurde das schwedische AWACS-Flugzeug nicht nur zu einer neuen Technik-Einheit, sondern zu einem Element, das eine jahrelange strukturelle Lücke in der Verteidigung schließt.