Ukrainische F-16-Jäger, die seit 2024 Teil der Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte sind und die Hauptlast bei der Abfangung russischer Drohnen und Lenkflugkörper tragen, sind auf ein akutes Problem gestoßen: einen kritischen Mangel an US-amerikanischen Raketen. Dies erklärte der Kommandeur eines ukrainischen F-16 mit dem Rufnamen „Phantom' in einem Interview mit dem Medium NEWSMAX, worauf RBC-Ukraine unter Verweis auf die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte aufmerksam machte. Laut dem Militär sind die Piloten in einzelnen Missionen gezwungen, Luftabwehrraketen zu schonen und Luftziele mit Bordkanonen abzuschießen.
Kritischer Mangel an US-amerikanischen Raketen
Wie „Phantom' betonte, fehlt den Verteidigungskräften an US-amerikanischen Raketen, darunter Patriot-Systeme und Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-120, die für ein wirksames Abfangen feindlicher Ziele auf verschiedenen Reichweiten benötigt werden. Gerade diese Waffen bilden das Fundament des Luftabwehrschirms, den die F-16 über dem Luftraum der Ukraine spannen, angesichts massiver Drohnen- und Lenkflugkörperangriffe. Der Mangel an Munition gefährdet laut dem Piloten die Erfüllung der Schlüsselaufgaben zum Schutz des Himmels.
Kanonen statt Raketen
Wegen des Mangels müssen die Piloten den Raketenverbrauch rationieren und in einigen Fällen auf Bordkanonen zurückgreifen, um russische Drohnen und Lenkflugkörper zu zerstören. Dieser Ansatz verwandelt den Jäger im Wesentlichen in ein Flugzeug mit begrenzter Reichweite: Die Kanone ist nur auf kurze Distanz wirksam und erfordert ein direktes Annähern an das Ziel, was die Risiken für die Besatzung erhöht. „Ein Flugzeug ohne Waffen ist ein nutzloses Werkzeug', fasste „Phantom' zusammen und wies darauf hin, dass selbst ein moderner Jäger ohne ausreichenden Raketenbestand seine Kampfbereitschaft verliert.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist es wichtig, zwei parallele Versionen ehrlich widerzuspiegeln. Einerseits sprechen der F-16-Pilot und mehrere ukrainische Quellen (RBC-Ukraine, UNIAN unter Verweis auf The War Zone, glavred) von einem „kritischen' und „ernsten' Raketenmangel, bei dem ein Teil der Missionen mit Kanonen durchgeführt wird. Andererseits zeichnen offizielle und verbündete Narrative ein Bild kontinuierlicher Lieferungen: So wird berichtet, dass Belgien der Ukraine Munition gegen die Schahed-Drohnen für die F-16 bereitstellen wird, und die Frage der Lieferungen und der gemeinsamen Produktion von Waffen wird auf höchster staatlicher Ebene erörtert. Somit existieren die Version vom „kritischen' Charakter des Mangels und die Version eines stabil funktionierenden Lieferbands nebeneinander im öffentlichen Raum; die Diskrepanz dürfte damit zusammenhängen, dass die angekündigten Liefermengen dem Verbrauchstempo der Munition bei intensiven Angriffen nicht hinterherkommen, genaue Zahlen zu Beständen und Bedarf werden jedoch nicht öffentlich offengelegt.
Suche nach Lösungen auf diplomatischer Ebene
Angesichts des Mangels suchen die Verbündeten weiterhin nach Wegen, den Schutz des ukrainischen Himmels zu verstärken. Neben der belgischen Munitionslieferung wird die Frage der Lieferungen und der gemeinsamen Waffenproduktion auf höchster Ebene erörtert: Während seines Besuchs in den USA traf der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Team des Unternehmens Lockheed Martin – Hersteller der F-16 und der Raketen für die Patriot-Systeme – und besprach die Ausweitung der Zusammenarbeit, den Technologietransfer und die Erhöhung der Lieferungen von kritisch wichtigem Waffenmaterial für die ukrainischen Streitkräfte. Diese Schritte zielen darauf ab, die „Engstelle' im Munitionsbestand der Jäger zu beseitigen und die Abfangung von Luftzielen wieder in den berechneten Modus mit Raketen statt Kanonen zurückzuführen.
Kontext: Rolle der F-16 im Luftabwehrsystem
Die ersten F-16-Jäger wurden der Ukraine im Jahr 2024 übergeben, und seitdem sind sie zu einem der Schlüsselbestandteile des mehrstufigen Luftabwehrsystems geworden, das in Kombination mit Flugabwehr-Raketensystemen und elektronischen Kampfmitteln arbeitet. Die Aussage des Piloten „Phantom' dokumentiert ein praktisches Problem beim Einsatz dieser Maschinen: Ohne einen angemessenen Bestand an AIM-120-Raketen und Patriot-Munition ist der Jäger gezwungen, im Sparsamkeitsmodus zu arbeiten, was die Gesamtwirksamkeit der Abwehr von Luftangriffen mindert. Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, wie schnell die Verbündeten den Munitionsbestand auffüllen und die gemeinsame Waffenproduktion anstoßen.