Im ukrainischen Verteidigungsministerium reift eine umfassende personelle Umstrukturierung. Laut Quellen von Bloomberg erwägt Präsident Wolodymyr Selenskyi die Entlassung des amtierenden Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Ukraine, Alexander Syrskyi. Ihm soll höchstwahrscheinlich Generalmajor Michail Drapaty nachfolgen, der derzeit die Vereinigten Streitkräfte der Ukraine leitet.

Druck der Proteste und personelle Entscheidungen

Die Entscheidung über den Wechsel des Kommandos wurde vor dem Hintergrund des wachsenden Drucks durch großangelegte Proteste getroffen, bei denen die Teilnehmer die Absetzung des militärischen Führers fordern. Eine Quelle des Agenturs berichtete, dass der ukrainische Staatschef Drapaty wahrscheinlich als Nachfolger von Syrskyi wählen wird, der innerhalb weniger Tage entlassen werden könnte.

Die Situation bleibt jedoch unklar. Eine weitere Quelle des Mediums präzisierte, dass die endgültige Entscheidung über die Ablösung des Oberbefehlshabers noch nicht getroffen wurde. Auf der Liste der Kandidaten für diese Position stehen laut vorliegenden Informationen elf Personen.

Offizielle Position und Kommentare

Der Assistent des Präsidenten, Dmytro Lytvyn, lehnte detaillierte Kommentare ab, teilte den Journalisten jedoch mit, dass die Absetzung von Syrskyi am Montag unwahrscheinlich ist. Der Generalstab der Ukraine veröffentlichte ebenfalls eine Erklärung auf Facebook, in der bestätigt wurde, dass der amtierende Oberbefehlshaber vorerst nicht entlassen wurde und seine Pflichten weiterhin wahrnimmt.

Wolodymyr Selenskyi selbst gab bekannt, dass er sich am Montag mit Drapaty getroffen habe, erwähnte jedoch keine Pläne zur Ablösung von Syrskyi und ließ die Spannung ungelöst.

Voraussetzungen des Konflikts: Rücktritt von Fedorow

Gerüchte über den Rücktritt von Alexander Syrskyi begannen kurz nach der Entlassung des ehemaligen Verteidigungsministers Michail Fedorow zu kursieren, was eine Reihe von Protesten im ganzen Land auslöste. Als eine der Gründe für Fedorows Rücktritt nannte der Präsident Meinungsverschiedenheiten in Fragen der Kriegsführung zwischen ihm und Syrskyi.

Laut Selenskyi habe der ehemalige Verteidigungsminister angeblich dem militärischen Kommando nicht zugehört, insbesondere bei der Umsetzung von Verteidigungsaufträgen. Obwohl sowohl Syrskyi als auch Fedorow offiziell das Vorhandensein eines gegenseitigen Konflikts bestritten, ist bekannt, dass es zwischen ihnen Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Arbeitsweise gab. Darüber hinaus hatte der ehemalige Verteidigungsminister Selenskyi zuvor offen zur Entlassung von Syrskyi aufgefordert.