Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hielt ein Arbeitstreffen mit Ministerpräsident Serhij Koreszkyj und dem Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr, Mykola Kalaschnikow, ab. Das Hauptthema der Diskussion war der kritische Zustand der Umsetzung der Resilienzpläne in den Regionen und die Störung der Lieferketten vor dem Hintergrund ständiger russischer Angriffe.
Krise der Resilienzpläne
Laut dem Staatsoberhaupt wurde in vielen Gebieten der Ukraine ein erheblicher Teil der vorgesehenen Resilienzpläne bis heute nicht umgesetzt. Laut Daten, die von RBK-Ukraine erhalten wurden, werden diese Pläne im landesweiten Durchschnitt nur zu 40 % umgesetzt.
Es gibt eine deutliche Diskrepanz in den Arbeitsgeschwindigkeiten zwischen den Regionen. Die Spitzenreiter bei der Aufgabenerfüllung waren die Oblaste Dnipropetrowsk, Kiew, Schytomyr, Riwne und Tscherkassy. Gleichzeitig landeten die Oblaste Lwiw und Iwano-Frankiwsk sowie die Hauptstadt Kiew in den „Nachzüglern".
Die Frage der Erfüllung dieser Verpflichtungen wird bereits nächste Woche auf die Tagesordnung des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung (RNBO) gesetzt. Der Präsident betonte, dass jede Region dringend nachholen muss, was verpasst wurde.
Logistischer Zusammenbruch und die Lage in Odessa
Dem Treffen wurde besonderes Augenmerk auf die Arbeit der Eisenbahn und die durch russische Schläge verschärfte Logistikprobleme gewidmet. Die Situation in Odessa wurde als besonders akut beschrieben, bedingt durch ständigen Terror. Infolgedessen sind die Häfen des Großraums Odessa blockiert, was eine Umleitung der Export- und Importtransporte auf alternative Routen erzwingt.
Zur Stärkung der logistischen Fähigkeiten werden spezielle Lösungen vorbereitet, deren Details vorerst nicht öffentlich gemacht werden.
Aufträge zum Schutz der Infrastruktur
Wolodymyr Selenskyj befahl, zusätzliche Kräfte für Schutzmaßnahmen in den Grenz- und Frontgemeinden einzusetzen. In erster Linie geht es um den Schutz von Straßen und Infrastruktureinrichtungen.
Der Präsident dankte dem Ministerpräsidenten für den fundierten Ansatz bei der Lösung dieser Fragen, betonte jedoch, dass konkrete Ergebnisse erforderlich sind. Bereits Ende Juli hatte Serhij Koreszkyj aufgrund der unbefriedigenden Umsetzung der Resilienzpläne Fristen für die zuständigen Behörden gesetzt.