Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, eine Startanlage des ballistischen Waffensystems „Iskander“ in der Nähe der ukrainischen Grenze getroffen zu haben. Laut dem Staatschef ist dies ein neuer Erfolg im Rahmen einer Spezialoperation, die Kiew als „Jagd“ auf russische ballistische Raketenstartanlagen in unmittelbarer Grenznähe bezeichnet. Selenskyj betonte, dass viele Details der Operation aus Gründen der Sensibilität nicht offengelegt würden, den Erfolg bei der Zerstörung des Ziels jedoch als bestätigt bezeichnete.
Taktik der „Jagd“ auf Startpunkte
Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass eine solche Operation eine der Schlüsselrichtungen der Handlungen sei, solange die Möglichkeiten zum Abschuss ballistischer Raketen begrenzt blieben. Den Worten zufolge haben die ukrainischen Streitkräfte eine komplexere Taktik entwickelt – die gezielte Zerstörung „naher Punkte“, von denen aus ballistische Raketen gestartet werden. Der Präsident nannte dies eine „eigene Geschichte, ein eigenes Programm, eine eigene Operation“ und dankte den Verteidigungskräften für das Ergebnis und stellte fest, dass genau dieses Programm es ermöglicht habe, die heutige Zerstörung der Anlage zu erreichen.
Kontext: Verstärkung der Angriffe auf Kiew
Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund einer deutlichen Intensivierung russischer Angriffe mit ballistischen Raketen auf das Territorium der Ukraine, insbesondere auf die Hauptstadt. In der Nacht zum 20. August führte Russland einen massiven Angriff auf Kiew und die Oblast Kiew durch und setzte dabei Dutzende ballistischer Raketen, „Kalibr“-Kreuzfahrtraketen und Angriffsdrohnen ein. Laut Angaben des Bürgermeisters Vitali Klitschko kamen bei dem Angriff in der Hauptstadt 15 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt; die höchste Zahl an Opfern wurde im Stadtteil Solomjanskyj registriert, wo ein mehrstöckiges Wohnhaus, eine Schule und ein Kinderkrankenhaus beschädigt wurden.
Ukrainisches Anti-Ballistik-Programm
Neben der Angriffstaktik entwickelt die Ukraine parallel ein eigenes Raketenabwehrsystem. Zuvor hatte das ukrainische Unternehmen Fire Point den Zeitrahmen für den ersten Abschuss einer ballistischen Rakete im Rahmen des Projekts Freyja genannt und den aktuellen Entwicklungsstand beschrieben. Somit kombiniert Kiew zwei Strategien: die direkte Zerstörung der Startmittel des Gegners und den Aufbau eines eigenen flugabwehr- und raketenabwehrschirms.
Widersprüchliche Daten
Die Einschränkungen bei der Verifizierung einzelner Details sind zu berücksichtigen. Selenskyj wies ausdrücklich darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Informationen über die Operation aus Gründen der Sensibilität nicht offengelegt wird, daher fehlt eine unabhängige Bestätigung des konkreten getroffenen Ziels und seiner genauen Lage auf öffentlichem Niveau – die Stütze bildet die Erklärung des Präsidenten und die Daten der Verteidigungskräfte. Darüber hinaus beruhen die Angaben zu den Opfern des Kiewer Angriffs (15 Tote) auf einer einzigen offiziellen Quelle – der Stadtverwaltung – und alternative unabhängige Einschätzungen sind in den vorliegenden Materialien nicht enthalten. Im Übrigen stimmen die Tatsache der Selenskyj-Erklärung und der allgemeine Kontext der Intensivierung ballistischer Angriffe mit den Daten des Generalstabs über die Zerstörung einer Reihe russischer Ziele überein.