Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass neue Entscheidungen im Rahmen des gemeinsamen antiballistischen Programms Freyja sowie die Erweiterung der eigenen Langstreckenfähigkeiten des Landes vorbereitet werden. Seinen Worten zufolge sollen in Kürze Treffen mit Partnern – sowohl auf staatlicher als auch auf unternehmerischer Ebene – stattfinden, die an der Entwicklung des Systems beteiligt sind. Die Erklärung des Staatschefs erfolgte nach seinem Treffen mit dem Generalsekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Ihor Klymenko, und befasste sich mit der Vorbereitung der Tagesordnung des Stabs des Oberbefehlshabers.

Stab und Kontrolle der Umsetzung der Entscheidungen

Selenskyj betonte, dass die Ergebnisse der Arbeit an Freyja und am Ausbau der Langstreckenfähigkeiten zur Prüfung dem Stab des Oberbefehlshabers vorgelegt werden. Er hob die Rolle des Generalsekretärs des NSWR bei der Kontrolle der Umsetzung zuvor gefasster Entscheidungen hervor und unterstrich, dass die früheren Entscheidungen zur Bekämpfung russischer Drohnenangriffe und zur Beschleunigung der entsprechenden Produktionsprozesse „zu 100 Prozent greifen“ müssten. Damit wird das Thema antiballistische Abwehr auf höchster Ebene als eine der Prioritäten der militärpolitischen Führung verankert.

Treffen mit Partnern des Programms Freyja

Der Staatschef teilte mit, dass Treffen mit Partnern auf staatlicher und unternehmerischer Ebene vorbereitet werden, die an der Entwicklung des gemeinsamen antiballistischen Programms Freyja beteiligt sind. Dies zeigt, dass das Projekt nicht nur als militärische, sondern auch als industriell-diplomatische Initiative entwickelt wird, die eine Koordination zwischen Regierungen und Rüstungsunternehmen erfordert. Den Worten Selenskyjs zufolge bilden genau diese Kontakte und Produktionsentscheidungen die Grundlage der Tagesordnung des nächsten Stabs.

Ausbau der Langstreckenfähigkeiten

Neben der defensiven Komponente erklärte Selenskyj, dass an der Entwicklung „zusätzlicher Langstreckenfähigkeiten“ gearbeitet werde – also an Reichweiten, die über die bestehenden Systeme hinausgehen. In Verbindung mit dem antiballistischen Programm entsteht so ein umfassender Ansatz: einerseits der Abschuss ballistischer Bedrohungen, andererseits die Erweiterung des eigenen Langstreckennpotenzials. Der Präsident betonte, dass all diese Bereiche durch die Entscheidungen des Stabs und die Kontrolle des NSWR abgestimmt werden sollen.

Zeiträume, europäische Beteiligung und Position des Außenministeriums

Den Kontext der Erklärung ergänzt die Position des Außenministers Andrij Sybiha, der zuvor erklärt hatte, dass die Umsetzung des Projekts Freyja fortgesetzt werde und die Ukraine bestrebt sei, den Prozess zu beschleunigen, da der Schutz vor ballistischen Bedrohungen von entscheidender Bedeutung sei. Laut vorliegenden Informationen plant das Unternehmen Fire Point, im Rahmen des Projekts Freyja bis Mitte 2027 den ersten Abschuss einer ballistischen Rakete durchzuführen; an der Entwicklung des Systems haben sich bereits 13 europäische Partner beteiligt. Die Gesamtheit dieser Faktoren zeigt, dass Freyja zu einem der Schlüsselbestandteile des zukünftigen Luft- und Raketenabwehrsystems der Ukraine mit erheblicher europäischer Beteiligung wird.