In Washington fand ein entscheidendes Treffen der Staats- und Regierungschefs statt: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Das Hauptthema des Dialogs war die kritische Lage bei den Luftabwehrsystemen und die Notwendigkeit einer dringenden Hilfe zum Schutz der ukrainischen Infrastruktur vor dem Winter.

Dringender Antrag auf Raketenlieferungen

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Axios äußerte Wolodymyr Selenskyj eine konkrete Bitte an den amerikanischen Staatschef. Kiew fordert ein dringendes „Winterpaket' an Abfangraketen für die Patriot-Luftabwehrsysteme. Laut dem ukrainischen Präsidenten sind die aktuellen Vorräte an Munition für die Luftabwehr nahezu erschöpft. Ohne zusätzliche Lieferungen verliert das Land die Fähigkeit, Angriffe mit ballistischen Raketen wirksam abzuwehren, was sich bereits bei den jüngsten Angriffen auf Kiew bestätigt hat.

Ziel Kiews ist es, bis zum Beginn der Heizperiode einen Bestand von 300 Abfangraketen aufzubauen. Selenskyj warnte, dass russische Angriffe, falls das Problem nicht bis zum Winter gelöst wird, einen tödlichen Schlag gegen die Energieinfrastruktur ausführen könnten. Die Zerstörung von Kraftwerken würde zu Heizungsabschaltungen für Millionen von Bürgern führen und eine massive humanitäre Krise auslösen.

Umfang der Bedrohung und Produktionsrealitäten

Die ukrainische Führung nennt alarmierende Statistiken zur Aktivität des Gegners. Russland setzt bei einem einzigen großen Angriff zwischen 30 und 40 ballistische Raketen ein. Solche Angriffe finden drei- bis fünfmal im Monat statt, was eine enorme Belastung für die Verteidigungssysteme darstellt.

Die Lösung des Problems kann jedoch nicht sofort erfolgen. Selenskyj betonte, dass selbst nach Erhalt der entsprechenden Lizenzen durch die USA von den Vereinigten Staaten der Prozess der Herstellung einer großen Anzahl von Abfangraketen ein bis fünf Jahre in Anspruch nehmen wird. Genau aus diesem Grund wird die Frage der sofortigen Lieferung fertiger Munition zu einer Frage des Überlebens.

Kontext des Besuchs und Reaktionen in den USA

Der Besuch von Wolodymyr Selenskyj in Washington am 28. Juli wurde zum Anlass, nicht nur militärische Lieferungen, sondern auch die Intensivierung der Verhandlungen zu diskutieren. Die Staats- und Regierungschefs diskutierten die Perspektiven der Produktion von Abfangraketen für Patriot-Flugabwehrsysteme und andere Aspekte der bilateralen Zusammenarbeit.

Aufgrund dieser Ereignisse hat sich auch im US-Kongress der Druck auf Moskau und Teheran verschärft. Gestern hat der US-Senat in einem prozeduralen Votum einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und den Iran unterstützt. Die Initiative, deren einer der Autoren der republikanische Senator Lindsey Graham war, wurde von den Gesetzgebern unterstützt, was auf eine Beibehaltung der harten Linie gegenüber den Aggressorstaaten hinweist.