In der Nacht zum 1. August sah sich Ukraine einem Luftangriff von beispiellosem Ausmaß gegenüber. Der Angriff offenbarte die kritische Verwundbarkeit des modernen Verteidigungssystems: Selbst fortschrittliche Luftabwehrsysteme sind machtlos, wenn nicht genügend Abfangraketen vorhanden sind.
Dies teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinem Telegram-Kanal mit. Laut ihm setzte die russische Seite eine enorme Menge an Munition gegen das Land ein, wobei der Hauptschlag auf die Hauptstadt gerichtet war.
Ausmaß des Angriffs und Mangel an „Patriot“-Raketen
Laut Angaben des Staatsoberhaupts startete Russland innerhalb einer Nacht 35 Raketen gegen die Ukraine, von denen 27 ballistische Raketen waren. Darüber hinaus wurden 185 verschiedene Arten von Angriffsdrohnen in der Luft gesichtet. Trotz der Aktivität der ukrainischen Batterien gelang es, lediglich eine ballistische Rakente abzuschießen.
Selenskyj wies direkt auf die Ursache des Versagens der Verteidigung hin: den Mangel an Raketen für die Patriot-Systeme. „Nur eine ballistische Rakete konnte heute Nacht abgeschossen werden, einfach weil es keine Raketen für Patriot gibt. Und genau dieser Mangel an Abfangraketen gegen ballistische Raketen ermutigt Russland nur dazu, solche Angriffe gegen das Leben zu führen“, betonte der Präsident.
Das Staatsoberhaupt forderte die westlichen Partner auf, die Lieferung von Luft- und Raketenabwehrsystemen zu beschleunigen. Er betonte, dass diese Ressourcen nicht für die Lagerung „für einen schlechten Tag“ benötigt werden, sondern für den sofortigen Einsatz, um den Krieg auf ukrainischem Boden zu stoppen. „Jedes Paket mit Anti-Ballistik-Raketen rettet das Leben unserer Menschen. Und jede Nacht, in der es fehlt, führt zu Opfern“, erklärte Selenskyj.
Folgen des Angriffs auf Kiew
Der nächtliche Angriff auf Kiew und die Umgebung hatte schwerwiegende Folgen. Infolge der Beschuss starben neun Menschen, weitere 30 wurden verletzt, darunter vier Kinder.
Zerstörungen und Brände wurden in fünf Stadtbezirken der Hauptstadt registriert: Solomianskyj, Darnyzkyj, Schewtschenko, Dniprowskyj und Petscherskyj. Zu den beschädigten Objekten zählt das Gebäude der litauischen Botschaft in der Ukraine. Die Ereignisse der Nacht zum 1. August stellten erneut die Dringlichkeit der Auffüllung der Vorräte an Abfangraketen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Frage.