Ukraine bereitet eine Verschärfung der Strafen für die Organisation betrügerischer Callcenter sowie für Schemata mit Bankkarten und sogenannten „Drops“ vor. Dies erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, der laut RBC-Ukraine über die Einreichung zweier entsprechender Gesetzentwürfe in der Werchowna Rada berichtete.
Zwei Gesetzentwürfe: von einfachen Ausführenden bis zu den Besitzern der „Büros“
Laut dem Staatschef sieht das erste Dokument eine „klare und strenge“ Verantwortung für die Tätigkeit betrügerischer Callcenter vor, die in der rechtsstaatlichen Praxis als „Büros“ bezeichnet werden. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Strafe nicht nur die einfachen Ausführenden, sondern auch die Organisatoren der Schemata, die Besitzer der Callcenter und diejenigen, die daraus Einkünfte ziehen, umfassen wird. Selenskyj betonte, dass gerade die Organisatoren die strengste Verantwortung tragen sollten.
„Drops“ und Bankalgorithmen: Was sich für die Bürger ändert
Das zweite Gesetz, so der Präsident, führt eine verschärfte Verantwortung für die Organisation betrügerischer Schemata mit Bankinstrumenten ein, einschließlich der Nutzung sogenannter „Drops“ – Personen, deren Konten und Zahlungskarten zum Durchleiten illegaler Gelder verwendet werden. Das Dokument sieht zudem eine Aktualisierung der Bankalgorithmen zur wirksameren Schutz der Kundengelder und zur Blockierung der Nutzung von Konten zur Steuervermeidung oder Geldwäsche vor.
Europäische Ausrichtung: Umsetzung der EU-Normen
Selenskyj wies darauf hin, dass der Gesetzentwurf auf die Umsetzung der Rechtsnormen der Europäischen Union in der Ukraine abzielt, was laut seinen Worten durch Vereinbarungen mit den Partnern vorgesehen ist. Damit wird die Verschärfung der Verantwortung für betrügerische Schemata mit Bankkonten und Zahlungsinstrumenten mit der Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den europäischen Strukturen verknüpft.
Kontext: Durchsuchungen der „Büros“ und der Fall Money 24/7
Wie das Medium erinnert, durchsuchten im vergangenen Monat Polizisten im ganzen Land die Infrastruktur betrügerischer Callcenter, deren Mitarbeiter Menschen auf fiktive Investitionsplattformen lockten und Zugang zu ihren Konten erhielten. Außerdem teilten die Strafverfolgungsbehörden kürzlich mit, dass sie dem Organisator des betrügerischen Netzwerks Money 24/7, das sich als Tauschstellen-Netzwerk und Krypto-Tauschdienst ausgab, einen Verdacht mitteilten. Vor diesem Hintergrund erscheint die Initiative zur Verschärfung der Gesetzgebung als logische Fortsetzung der rechtsstaatlichen Kampagne.