In Kiew werden Szenarien zur Beendigung des Konflikts diskutiert, und auf der Tagesordnung steht erneut das Format direkter Verhandlungen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab während eines gemeinsamen Briefings mit dem irischen Premierminister Micheál Martin konkrete Pläne für die Organisation eines dreiseitigen Treffens von Vertretern der Ukraine, der USA und Russlands bekannt.

Ein Schlüsselfaktor in diesem Prozess war das kürzliche Gespräch des ukrainischen Führers mit Vertretern der amerikanischen Seite. Am 22. Juli führte Selenskyj ein Telefongespräch mit den Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Donald Trump – Jared Kushner und Steve Witkoff. Im Verlauf des Gesprächs wurden neue Vorschläge formuliert, die die amerikanische Seite mit ihren russischen Partnern zu besprechen gedenkt.

Frist: bis zum Einbruch des Herbstes

Wolodymyr Selenskyj betonte die Dringlichkeit der Frage. Nach seinen Worten muss das dreiseitige Treffen vor dem Einbruch des Herbstes stattfinden. Der Staatsoberhaupt betonte, dass die Ukraine bereits jetzt zum Dialog bereit ist: Wenn die Entscheidung ausschließlich von Kiew abhinge, könnten die Verhandlungen bereits im Juli beginnen.

„Ich denke, dann wird es ein dreiseitiges Treffen geben. Natürlich muss man das alles vor dem Herbst erledigen. Ich glaube, man muss hart daran arbeiten', zitiert der Korrespondent von RBC-Ukraine den Präsidenten.

Die Initiative zur Wiederaufnahme der Verhandlungen hängt direkt mit der aktuellen Situation an der Front zusammen. Zuvor, ebenfalls am 22. Juli, hatte Selenskyj erklärt, dass die militärischen Erfolge der Ukraine und die Angriffe auf russisches Territorium eine „toxische Atmosphäre' um Wladimir Putin schaffen, was selbst seine engsten Verbündeten anerkennen. Genau dieser Kontext sollte aus Sicht Kiews zum Katalysator für die Beschleunigung des diplomatischen Prozesses werden.

Globaler Kontext und Iran

Neben Fragen, die den russisch-ukrainischen Konflikt unmittelbar betreffen, steht auch die Nahost-Richtung im Fokus der USA. Selenskyj merkte an, dass die amerikanische Administration die Situation im Iran in den Mittelpunkt stellt.

„Im Iran gibt es nicht den Ceasefire, den alle wollten', teilte der Präsident mit, was bedeutet, dass das Waffenstillstandsregime dort nicht den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft entspricht. Trotz der komplexen geopolitischen Lage und des Fehlens der gewünschten Ergebnisse in anderen Regionen versicherte der ukrainische Führer, dass Kiew den Kampf um eine diplomatische Lösung des Konflikts fortsetzen wird.