Die Ukraine hat konkrete Zeitrahmen für die Entwicklung eines eigenen Systems zum Schutz vor ballistischen Raketen erhalten. Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj erklärte während einer Sitzung der neuen Anti-Ballistischen-Raketen-Koalition, dass er hoffe, das Projekt Freyja innerhalb der nächsten 12 Monate einsatzbereit zu sehen. Dies berichtete RBC-Ukraine unter Bezugnahme auf eine Erklärung des Staatsoberhaupts in Telegram.

Zunahme der Bedrohung und Notwendigkeit einer Antwort

Der ukrainische Führer betonte, dass die Bedrohung durch den Einsatz ballistischer Raketen weltweit weiter zunehmen werde. Nach Ansicht Selenskyjs ist dies eine der wichtigsten Folgen der aktuellen militärischen Konflikte, insbesondere der Kriege Russlands und des Irans. Daher sollte die Umsetzung des Projekts Freyja so schnell wie möglich Realität werden.

Technische Details des Systems

Ein Schlüsselelement des zukünftigen Schirms wird die Entwicklung des ukrainischen Unternehmens Fire Point sein. Während der Präsentation zeigte das Unternehmen ein Video der Anti-Ballistischen Rakete FP-7.x. Das gezeigte Exemplar hat eine korrekte zylindrische Form mit einer aerodynamischen Haube und ist im unteren Bereich mit relativ kleinen beweglichen Stabilisatoren ausgestattet.

Laut Angaben der Entwickler wird das Freyja-System bis Ende 2026 voll einsatzfähig sein. Im Juni dieses Jahres führte Fire Point den ersten Test der Rakete FP-7.X durch, die die Grundlage für das neue System bilden wird.

Ein europaweiter Schutzschild

Das Konzept des Freyja-Systems geht über ein nationales Projekt hinaus. Es soll ein paneuropäischer Anti-Ballistischer-Schild werden, der im gemeinsamen Eigentum der Partnerländer steht. Die Idee der Kooperation erhielt am 13. Juli politische Gestalt, als die Führer Dänemarks, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, der Niederlande, Norwegens, Spaniens, Schwedens, der Ukraine und Großbritanniens eine gemeinsame Erklärung zur Gründung der Integrierten Koalition für Raketenabwehr unterzeichneten.