Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender BFMTV ernste Bedenken hinsichtlich der weiteren Schritte der russischen Führung. Der Staatsoberhaupt der Ukraine warnte davor, dass Wladimir Putin im Falle einer Niederlage im Krieg gegen die Ukraine zu einer neuen Eskalation schreiten und versuchen könnte, andere Gebiete zu besetzen.
Ein „sehr gefährliches' Szenario
Laut Selenskyj werde der russische Führer, falls Moskau keinen Sieg erringe, „sehr gefährlich, und nicht nur für uns'. Der ukrainische Präsident betonte, dass der Aggressor versuchen könnte, weitere Länder in den Konflikt zu verwickeln und Menschen in anderen Regionen weiter zu töten.
„Er wird versuchen, einen anderen Ort zu besetzen, andere Menschen und wieder Menschen zu töten, Menschen zu töten', erklärte Selenskyj im Kommentar zu potenziellen Bedrohungen der globalen Sicherheit.
Die Illusion eines Waffenstillstands
Auf Fragen zu einem möglichen Waffenstillstand hinwies der Präsident darauf, dass ein solcher theoretisch möglich sei, aber derzeit äußerst schwierig zu erreichen sei. Selenskyj wies darauf hin, dass eine der Parteien – Russland – kein Interesse an einem Ende der Kampfhandlungen habe.
„Wir müssen diesem Krieg ein Ende setzen. Und es gibt eine Partei – Russland –, die dies nicht will. Sie demonstrieren dies nur mit Worten', betonte der Staatsoberhaupt.
Selenskyj bezeichnete Wladimir Putin zudem als Lügner in Bezug auf einen möglichen Waffenstillstand und stellte fest, dass dem Kreml-Führer ausschließlich ein Sieg wichtig sei.
Kernwaffen-Drohungen und Eskalation der Rhetorik
Vor dem Hintergrund dieser Aussagen ist zu beachten, dass die russische Führung weiterhin die Atomwaffe als Druckmittel nutzt. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hatte zuvor erklärt, dass Russland bereit sei, Atomwaffen einzusetzen, falls seiner Existenz eine Gefahr drohe.
Außerdem behauptete Peskow, die sogenannte „spezielle Militäroperation' sei ursprünglich als begrenzte Aktion geplant gewesen, habe sich jedoch aufgrund des westlichen Eingreifens zu einem vollen Krieg entwickelt. Diese Aussagen verschärfen lediglich die Spannungen und bestätigen die Bedenken Selenskyjs hinsichtlich einer weiteren Eskalation des Konflikts.