Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, teilte in seinem Telegram-Kanal mit, dass ein Telefonat mit den Sondergesandten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, stattgefunden hat. Der Staatschef beschrieb das Gespräch als „detailliert und konstruktiv“ und betonte, dass das zentrale Thema die Festlegung eines konkreten Datums für die erste Reise der amerikanischen Gesandten nach Kiew war. „Wir sprechen derzeit über die Festlegung des Datums des Besuchs in der Ukraine. Diese Reise wäre sehr nützlich für die Entwicklung von Lösungen für den Frieden“, betonte Selenskyj in seiner Ansprache.

Details des Telefonats und weitere Kommunikation

Laut dem ukrainischen Präsidenten „kennen Witkoff und Kushner viele Details“ hinsichtlich des Verhandlungstracks, und die Teams beider Seiten werden in Kontakt bleiben, um die Agenda zu erarbeiten und den bequemsten Zeitplan für die weitere Kommunikation zu bestimmen. Selenskyj dankte auch Donald Trump, seinen Gesandten und allen in den Vereinigten Staaten, die für die Erreichung des Friedens in der Ukraine arbeiten. Die Formulierungen des Präsidenten deuten darauf hin, dass das Gespräch nicht rein protokollartiger, sondern sachlicher Natur war, mit konkreten Schritten zur Synchronisation der Arbeitsgruppen.

Kontext: Verschiebung des Besuchs vor dem Hintergrund der Verschärfung der Kampfhandlungen

Wie RBC-Ukraine zuvor berichtete, wurde der geplante Besuch von Witkoff und Kushner in der Ukraine bereits verschoben. Die Reise wurde nicht abgesagt, jedoch änderten sich ihre Termine vor dem Hintergrund verstärkter russischer Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew. Ursprünglich hätte der Besuch Anfang oder Mitte August 2026 stattfinden können. Die ukrainische Seite erklärte ihre Bereitschaft zu allen Verhandlungsformaten, die einen gerechten und nachhaltigen Frieden näherbringen könnten, und die Frage der Verhandlungen wurde, wie Selenskyj sagte, auf einer besonderen Sitzung in der Bankowa besprochen.

Widersprüchliche Angaben

Während Selenskyj und eine Reihe ukrainischer Medien (RBC-Ukraine, Obozrevatel) die aktive Arbeit an der Festlegung des Besuchsdatums bestätigen und den Prozess als voranschreibend beschreiben, veröffentlicht das Medium glavred.info einen Artikel mit der Überschrift „Trump-Sondergesandte Witkoff und Kushner kommen nicht in die Ukraine: Was ist der Grund“, was der Tonalität der Erklärung des Präsidenten direkt widerspricht. Der Unterschied in der Interpretation könnte damit zusammenhängen, dass einerseits das konkrete Reisetermin zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erklärungen noch nicht festgelegt ist, andererseits die ukrainische Seite betont, dass der Prozess nicht gestoppt wurde. So dokumentiert ein Teil der Quellen die Tatsache der Verschiebung und das Fehlen eines bestätigten Zeitplans, während ein anderer Teil dies als Signal einer möglichen Absage deutet. Eine offizielle Bestätigung der Absage seitens Washingtons lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Was das für den Verhandlungstrack bedeutet

Die Bestätigung durch Selenskyj eines „konstruktiven“ Gesprächs mit zwei Schlüsselfiguren der Trump-Administration — dem Sondergesandten für Friedensfragen und dem Schwiegersohn des Präsidenten — zeigt, dass der diplomatische Kanal zwischen Kiew und Washington trotz der Eskalation an der Front aktiv bleibt. Dass die Diskussion gerade auf der Ebene der Datumsfestlegung und nicht der Prinzipien stattfindet, deutet darauf hin, dass die Rahmenvereinbarungen wahrscheinlich bereits zuvor erzielt wurden. Der nächste logische Schritt wird die Veröffentlichung eines konkreten Zeitplans des Besuchs und einer Liste der Themen sein, die auf den bilateralen Konsultationen in Kiew behandelt werden sollen.