Das Kabinett der Ukraine hat Natalia Degtiarewa als Mitglied des Aufsichtsrats der staatlichen „Sense Bank“ (Sense Bank) in der Rolle der staatlichen Vertreterin bestätigt. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die Regierungsverordnung Nr. 853, die am 21. August 2026 verabschiedet wurde. Damit erhält das Gremium des verstaatlichten Banks eine staatliche Vertreterin mit einschlägiger Erfahrung in der Bankenaufsicht und internen Revision.
Karriere der Finanzexpertin
Laut veröffentlichten Daten war Natalia Degtiarewa von 2016 bis 2023 Direktorin der Abteilung für Bankenaufsicht der Nationalbank der Ukraine. Zuvor, im Zeitraum von 2009 bis 2016, arbeitete sie als Direktorin der Abteilung für interne Revision des Prominvestbank (Kiew). In einer früheren Phase, von 1999 bis 2004, war Degtiarewa in privaten Unternehmen als Leiterin der internen Revision und als Leiterin der Kreditabteilung tätig. Dieses Profil – Aufsicht, Revision, Kreditgewährung – macht ihre Ernennung im Kontext der Stärkung der Kontrolle über die staatliche Bank logisch.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats und die Frage des Quorums
Mit der Ernennung von Degtiarewa steigt die Zahl der Mitglieder des Aufsichtsrats der „Sense Bank“ auf fünf. Gleichzeitig wird in den Materialien betont, dass für die Beschlussfähigkeit (Quorum) der Sitzungen des Aufsichtsrats mindestens sechs Mitglieder erforderlich sind. Formell bedeutet dies, dass das Gremium bis zur Vollständigung der Besetzung keine Entscheidungen in vollem Umfang treffen kann, was die operative Geschwindigkeit der bankinternen Entscheidungen in der Übergangsphase beeinträchtigen könnte.
Kontext: der „Forest-Gump“-Fall und die Prüfungen der NBU
Die Ernennung erfolgt vor dem Hintergrund einer angespannten Lage um die Bank. Zuvor hatte das Kabinett entschieden, den Chef des Aufsichtsrats der staatlichen Sense Bank, Nikolai Hladyschenko, im Zuge des „Forest-Gump“-Falls abzusetzen, und initiierte auch die Absetzung des Vorstandsvorsitzenden der Bank. Darüber hinaus veröffentlichten NABU und SAP Fragmente von Gesprächen im Rahmen der Operation „Forest Gump“, in denen ein möglicher Einfluss auf die verstaatlichte „Sense Bank“ erwähnt wird. Parallel berichtete RBC-Ukraine, dass die NBU die Bank auf Eingriffe ihrer Mitarbeiter in die Arbeit des automatisierten Systems hin prüft. Zuvor, im Mai 2026, hatte die NBU dazu aufgerufen, den Aufsichtsrat der „Sense Bank“ mit Risikomanagern zu verstärken, was auf eine systematische Arbeit des Regulierers zur Stärkung der Bankführung hinweist.
Widersprüchliche Daten
In den Quellen wird eine Abweichung in der Charakterisierung des neuen Mitglieds des Gremiums festgestellt. In den Materialien von RBC-Ukraine wird Natalia Degtiarewa als staatliche Vertreterin im Aufsichtsrat genannt, während die Zeitung „Korrespondent“ die Ernennung als Aufnahme eines neuen unabhängigen Mitglieds in den Aufsichtsrat beschreibt. Diese beiden Formulierungen – „staatliche Vertreterin“ und „unabhängiges Mitglied“ – sind sinngemäß nicht identisch und können aus Sicht des Corporate Governance unterschiedlich interpretiert werden. Auch im Text der Quelle kommt neben „Sense Bank“ die Schreibweise „Smysl Bank“ vor, was eine Variante der Transliteration/des Brandings derselben Institution darstellt und nicht einem separaten Subjekt.
Das Ergebnis ist ein Bild, in dem der Staat den Aufsichtsrat der problembehafteten Bank konsequent umstrukturiert: indem er die Beteiligten des „Forest-Gump“-Falls absetzt und Spezialisten mit Aufsichts- und Revisionserfahrung einbindet. Zentrale bleibt die Frage der Bildung eines Quorums aus sechs Mitgliedern, ohne das die volle Funktionsfähigkeit des Gremiums eingeschränkt bleibt.