Die Nationalbank der Ukraine (NBU) hat den offiziellen Kurs der Hrywnia gegenüber den wichtigsten Fremdwährungen für Freitag, den 28. August 2026, festgelegt. Am Ende der Arbeitswoche senkte der Regulierer sowohl den Dollar- als auch den Euro-Kurs, was eine moderate Stärkung der Landeswährung gegenüber den beiden wichtigsten Reservewährungen bedeutet. Nachfolgend finden Sie die Details des offiziellen Kurses sowie die Faktoren, die laut Experten in den nächsten Tagen den Devisenmarkt beeinflussen könnten.
Offizieller Kurs am 28. August
Laut NBU liegt der offizielle Dollar-Kurs am 28. August bei 44,54 UAH, was 3 Kopeken weniger als am Vortag entspricht. Der Euro wird seinerseits mit 51,85 UAH bewertet und ist im Vergleich zum Kurs vom 27. August um 15 Kopeken gesunken. Damit sind beide wichtigsten Fremdwährungen am Ende der Woche gegenüber der Hrywnia günstiger geworden, und der Euro hat sich deutlich unter der psychologischen Marke von 52 Hrywnia eingependelt.
Entwicklung am Ende der Woche
Der Rückgang des Kurses beider Währungen am Freitag setzt die Tendenz fort, bei der der Dollar während der Woche unter der Marke von 45 Hrywnia bleibt. Die Stärkung der Hrywnia am Ende der Woche spiegelt in der Regel das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Interbankmarkt sowie die Aktivität der Exporteure wider, die ihre Deviseneinnahmen verkaufen. Die Differenz in der Senkungsrate — 3 Kopeken für den Dollar gegenüber 15 Kopeken für den Euro — deutet darauf hin, dass sich der Euro stärker korrigiert hat als der Dollar.
Logistisches Risiko durch Angriffe
Ein Schlüsselrisiko für den Devisenmarkt bleiben die Folgen der russischen Angriffe und die damit verbundenen logistischen Probleme. Angriffe auf Lager, Verteilzentren, Tankstellen sowie auf die Verkehrs- und Hafeninfrastruktur erhöhen die Kosten des ukrainischen Unternehmenssektors. Wie Taras Lesowoi, Direktor der Abteilung für Finanzmärkte und Investitionstätigkeit der Globus Bank, in einem Kommentar für RBC-Ukraine erklärte, müssen die Unternehmen deshalb Routen ändern, beschädigte Ausrüstung reparieren, Reservebestände aufbauen und alternative logistische Lösungen suchen.
Seelogistik und Agrarexport
Besondere Bedeutung misst der Experte der Seelogistik bei, die eine wichtige Rolle für den ukrainischen Agrarexport spielt. Laut Lesowoi kann eine Einschränkung des Exports zu einem geringeren Zufluss von Deviseneinnahmen führen und die Rolle der NBU bei der Deckung des Angebotsdefizits an Devisen verstärken. Das bedeutet, dass der Regulierer bei Störungen im Warenexport aktiver in den Markt eingreifen muss, um das Gleichgewicht zu wahren.
Aussichten für den Devisenmarkt
Unter solchen Bedingungen hängt die Lage auf dem Devisenmarkt nicht nur vom inländischen Angebot und der Nachfrage ab, sondern auch davon, ob der ukrainische Unternehmenssektor ununterbrochen Waren exportieren und Deviseneinnahmen erzielen kann. Solange die Exportströme aufrechterhalten werden, wird der Druck auf den Kurs durch die Nachfrage nach Devisen gedämpft; jedoch können neue logistische Störungen das Bild schnell verändern und die Volatilität zurückbringen.