In dem besetzten Sewastopol hat sich eine kritische Situation mit der Stromversorgung entwickelt. Die unter Kontrolle der Russischen Föderation stehenden Stadtbehörden mussten zugeben, dass das Energiesystem der Halbinsel am Rande des Zusammenbruchs steht. Der offizielle Vertreter der Besatzungsverwaltung, Michail Raswojaschow, teilte den Bewohnern mit, dass der Systembetreiber strenge Leistungsbeschränkungen eingeführt hat, um eine vollständige Stromabschaltung der Region zu verhindern.

Absage des Plans „2 zu 6“

Die Situation hat sich so verschärft, dass die Besatzungsmacht vom zuvor geltenden Abschaltmodus „2 zu 6“ (zwei Stunden Strom, sechs Stunden ohne Strom) Abstand genommen hat. Raswojaschow erklärte, dass es derzeit keine genauen Pläne gibt, da die Anweisungen vom Systemdisponenten in Echtzeit erteilt werden.

„Die Leistung im System ist derzeit gering, daher müssen wir situationsbedingt handeln“, erläuterte der sogenannte „Gouverneur“.据 ihm zufolge schalten die Spezialisten des Unternehmens „Sewastopolenergo“ die Netze manuell um, um die verfügbaren Limits zwischen den Stadtteilen „gerecht zu verteilen“.

Priorität für kritische Infrastruktur

Unter den Bedingungen des Energieengpasses haben Objekte der Daseinsvorsorge Vorrang. Strom wird in erster Linie in Krankenhäuser, Pumpstationen und andere kritisch wichtige Einrichtungen geliefert. Raswojaschow versuchte den Bewohnern zu erklären, warum in benachbarten Häusern das Licht brennen kann, während es in ihren Wohnungen dunkel ist.

„Das bedeutet nicht, dass man das Abschalten „vergessen“ hat. Wahrscheinlich befindet sich dieses Gebäude auf derselben Leitung wie ein Krankenhaus oder ein anderes kritisch wichtiges Objekt, das nicht stromlos geschaltet werden darf“, fügte er hinzu.

Folgen der Angriffe auf die Energieinfrastruktur

Obwohl die offiziellen Stellen die wahren Gründe für den Zusammenbruch nicht nennen, hängt die Situation direkt mit einer Serie von Angriffen auf die Energieversorgung der Krim zusammen. Am 14. Juli blieb Sewastopol nach einem Angriff auf das lokale Wärmekraftwerk ohne Strom, was Raswojaschow selbst bestätigte.

Zuvor, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli, trafen die Drohnensysteme der Streitkräfte der Ukraine fünf Umspannwerke im besetzten Krim: „Beregowoje“, „Mainaki“, „Nowoozernaja“, „Saki“ und „Medwedewo“. Infolge dieser Angriffe geriet Sewastopol in Dunkelheit, und die Besatzer bezeichneten den Vorfall als „technischen Defekt“.

In der Nacht auf den 12. Juli wurde die Region einem weiteren Drohnenangriff ausgesetzt. Explosionen in Simferopol und das erneute Ausbleiben von Strom in Sewastopol führten zu vorübergehenden Einschränkungen der Stromversorgung. Die Besatzungsbehörden planen, das System bis zum Abend zu stabilisieren und versuchen, zum Modus „2 zu 6“ zurückzukehren, dies bleibt jedoch lediglich eine vorläufige Prognose, die von der Netzlast abhängt.