Am Morgen des 9. September 2026 griffen russische Streitkräfte mit einem Drohnenangriff vom Typ «Shahed» einen Passagierzug der Linie «Charkiw – Isjum» in der Oblast Charkiw an. Laut Angaben der Stadtmilitärverwaltung von Isjum und des Vorstandsvorsitzenden der «Ukrzaliznyzja», Alexander Perzowskyj, auf die RBC-Ukraine verweist, erfolgte der Angriff gegen 10:00 Uhr. Die Drohne traf den hinteren Teil des Zuges auf dem Bahnhof in der Nähe des Dorfes Iskra, woraufhin ein Feuer ausbrach. Am Unfallort waren Notarztteams im Einsatz.

Chronologie und Umstände des Angriffs

Laut Angaben der lokalen Behörden befand sich der Zug zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Bahnhof im Bereich des Dorfes Iskra. Der Treffer der Drohne in den hinteren Teil des Zuges führte zu einem Brand und einer erheblichen Streuung von Trümmern. Auf den veröffentlichten Aufnahmen, die von Alexander Perzowskyj und der Stadtmilitärverwaltung von Isjum bereitgestellt wurden, ist zu sehen, dass ein Waggon stark vom Feuer beschädigt wurde: durchgebrannte Dachseite, verformte Fenster und Brandspuren am Wagenkasten, während der angrenzende Waggon seine Lackierung behielt, aber ebenfalls von Rauch umhüllt war.

Verletzte und Folgen

Laut Angaben der Verwaltung erlitten sieben Personen – sowohl Eisenbahnangestellte als auch Passagiere – überwiegend leichte Trümmerverletzungen. Allen Verletzten wurde vor Ort medizinische Hilfe geleistet. Die Streuung der Trümmer durch den Treffer war erheblich, was die Art der Waggonbeschädigungen bestätigt, die auf den Fotos festgehalten wurden.

Erklärung des Chefs der «Ukrzaliznyzja»

Alexander Perzowskyj erklärte, dass der Zug zum Zeitpunkt des Treffers für die Evakuierung angehalten war, was nach seinen Worten das Personal und die Passagiere vor den schwersten Folgen bewahrte. Dabei betonte er, dass die Streuung der Trümmer durch den Drohnentreffer erheblich war, was die Art der erlittenen Verletzungen erklärt. Diese Erklärung unterstreicht, dass selbst für die Evakuierung angehaltene Züge bei Beschuss der Eisenbahninfrastruktur in der Gefahrenzone bleiben.

Systematische Angriffe auf die Eisenbahninfrastruktur

Der Angriff auf den Zug «Charkiw – Isjum» reiht sich in eine Serie systematischer Angriffe russischer Streitkräfte auf die zivile Eisenbahninfrastruktur und Passagierzüge in der Oblast Charkiw ein. Ende August 2026 starben infolge eines Drohnentreffers auf einen Bahnhof im Rajon Lozowsk, wo der Zug für die Evakuierung von Menschen angehalten hatte, zwei Frauen, fünf weitere wurden verletzt. Zuvor, im März, traf eine feindliche Drohne einen Vorortzug der Linie Slatyne – Charkiw, dabei starb ein 61 Jahre alter Passagier. Solche Vorfälle werden regelmäßig registriert.

Widersprüchliche Angaben

Zwischen den Quellen gibt es eine Abweichung in der Zahl der Verletzten. Im Text des RBC-Ukraine-Beitrags und laut Angaben der Stadtmilitärverwaltung von Isjum erlitten sieben Personen Trümmerverletzungen. In der Schlagzeile und im Slug des Beitrags der Ausgabe Focus.ua wird hingegen die Zahl «sechs Verletzte» genannt. Somit kann die genaue Zahl der Verletzten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung je nach Quelle und Erfassungszeitpunkt zwischen sechs und sieben variieren; beide Versionen werden der Vollständigkeit halber angegeben. Separat wird darauf hingewiesen, dass die Materialien zum «Shahed»-Angriff auf einen Passagierzug in der Oblast Odessa (mit tödlichem Ausgang für den Lokführer und seinen Stellvertreter, 13. August 2026) auf einen anderen Vorfall beziehen und keinen direkten Bezug zum Angriff auf den Zug «Charkiw – Isjum» haben.