Die ukrainischen Synchronschwimmerinnen Wladyslaw und Marina Aleksejeva, die bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio in der Gruppenübung die Bronzemedaille gewannen, haben sich erstmals öffentlich zu ihrem aktuellen Zustand und ihren Zukunftsplänen geäußert. Laut den Sportlerinnen haben sie keinen Karriereende erklärt und trainieren weiter, haben jedoch noch keine endgültige Entscheidung über die Fortsetzung des aktiven Wettkampfzyklus getroffen. Die Schwestern beschreiben ihren aktuellen Status als „kreative Pause“, während der sie in Form bleiben, die neuen Regeln der Sportart studieren und die Entwicklungen im weltweiten Synchronschwimmen verfolgen.

„Kreative Pause“ und Bereitschaft zur Rückkehr

„Wir sind im Moment in einer kreativen Pause. Zumindest bezeichnen wir es selbst so. Wir trainieren und leiten, vertiefen uns in die neuen Regeln. Wir sind über die Ereignisse informiert, behalten alles im Auge und halten uns in Form. Wenn es wirklich nötig ist, sind wir bereit zurückzukehren. Die Frage über die weitere Karriere haben wir noch nicht endgültig entschieden“, betonen die Schwestern Aleksejeva in ihrer Erklärung. Die Sportlerinnen weisen auch darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen in der Ukraine derzeit „eindeutig nicht“ sind, was den Entscheidungsprozess über die endgültige Entscheidung erschwert und zusätzliche Zeit zum Nachdenken erfordert.

Der Weg zur olympischen Bronze: Schlüssel-Erfolge

Wladyslaw und Marina Aleksejeva repräsentieren die Oblast Charkiw und gehören zu den am meisten ausgezeichneten Synchronschwimmerinnen in der Geschichte der Ukraine. Ihr Weg zur olympischen Auszeichnung in Tokio wurde durch eine ganze Reihe von Siegen bei den größten internationalen Wettkämpfen gestützt. 2019 gewannen die Schwestern bei der Weltmeisterschaft in Gwangju die Goldmedaille in der Disziplin „Highlight“. Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Budapest verdoppelten sie ihren Erfolg und gewannen Gold in zwei Disziplinen – im Highlight und in der Kombination. Somit gehörten die Aleksejeva zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele in Tokio bereits zu den Favoriten des weltweiten Synchronschwimmens.

Gala in Rom und Anerkennung auf staatlicher Ebene

Ein echter Triumph in der Karriere der Schwestern war die Europameisterschaft 2022 in Rom, wo sie in sechs verschiedenen Disziplinen siegten und absolute Dominanz demonstrierten. Darüber hinaus haben die Sportlerinnen Goldmedaillen der Europameisterschaften 2018 in Glasgow (Kombination des freien Programms) und 2021 in Budapest, wo sie in der Kombination, im Highlight und in der freien Gruppenübung die besten waren, in ihrer Bilanz. Für die Gesamtheit ihrer sportlichen Verdienste wurden Marina und Wladyslaw Aleksejeva mit dem Orden der Fürstin Olga III. Klasse sowie der Medaille „Für Arbeit und Sieg“ ausgezeichnet.

Kontext: Der ukrainische Sport in einer Zeit der Unsicherheit

Die Erklärung der Schwestern Aleksejeva über die „eindeutigen“ Arbeitsbedingungen in der Ukraine kam vor dem Hintergrund systematischer Schwierigkeiten, mit denen der ukrainische Sport in den letzten Jahren konfrontiert ist. Die Frage der Finanzierung, der Infrastruktur und der Möglichkeit einer vollständigen Vorbereitung bleibt eine der Schlüsselfragen für Athleten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit auf Weltniveau erhalten wollen. Dennoch zeigt der bloße Fakt, dass die zweifachen Weltmeisterinnen und olympischen Medaillengewinnerinnen weiter trainieren und eine Rückkehr in den großen Sport in Betracht ziehen, das anhaltende Potenzial der ukrainischen Synchronmannschaft und die persönliche Motivation der Sportlerinnen.