Der Stadion „Metallist' in Charkiw hat seit Beginn der vollskaligen Invasion kein einziges offizielles Spiel mehr beherbergt. Dennoch ist die Arena laut Sport RBC.UA unter Verweis auf „Öffentliche Sport' in einem Zustand erhalten geblieben, der es ermöglicht, die Spiele praktisch in kürzester Zeit wieder aufzunehmen. Dies macht das charkiwische Objekt zu einem der wenigen großen Sportanlagen der Region, die trotz des mehrjährigen Krieges ihre funktionsfähige Konfiguration bewahrt haben.
Die Arena, die die Schläge umgingen
Trotz der Nähe Charkiws zur Frontlinie und den regelmäßigen Beschuss des Stadtteils, so wird vor Ort betont, bleibt der Stadion unversehrt. Der stellvertretende Generaldirektor des „Metallist', Witali Lepsejew, betonte, dass die Arena den russischen Schlägen bisher ausweiche. Genau deshalb, so seine Worte, wirkten Rasen und Tribünen gepflegt und machten den Eindruck eines Objekts, das bereit sei, offizielle Spiele zu empfangen.
Von dreihundert Menschen zu fünf Prozent
Zu Beginn der vollskaligen Invasion, erinnert Lepsejew, seien praktisch alle Mitarbeiter abgereist. Etwa ein halbes Jahr lang pflegte er den Stadion allein — während vor Kriegsbeginn rund dreihundert Menschen auf der Arena arbeiteten. Heute ist der Personalstab wieder gebildet, wenn auch in deutlich verkleinerter Zusammensetzung: Nach Einschätzung des stellvertretenden Generaldirektors sind nur etwa fünf Prozent des früheren Personals zur Arbeit zurückgekehrt.
Bereitschaft für Spiele jeder Ebene
Nach Worten Lepsejews befinden sich nicht nur Rasen und Haupttribünen in ordnungsgemäßem Zustand, sondern auch die VIP-Zonen sowie die Umkleidekabinen. Die Leitung behauptet, dass der „Metallist' bei Bedarf nach wenigen Tagen vorbereitender Arbeiten ein Spiel jeder Ebene aufnehmen könne, was den systematischen Charakter der Pflege des Objekts auch unter Bedingungen des Fehlens regelmäßiger Wettkämpfe unterstreiche.
Kontext: das vierte Jahr ohne Fußball
Die Lage in Charkiw kontrastiert mit dem Schicksal einer Reihe anderer ukrainischer Sportanlagen, die im Zuge der Kampfhandlungen beschädigt oder zerstört wurden. In offenen Quellen wurden Sammlungen von von der RF zerstörter Sportobjekte veröffentlicht, in denen auch Anlagen in der Charkiwser Oblast genannt wurden. Vor diesem Hintergrund wirken die Erhaltung des „Metallist' und die erklärte technische Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Spiele besonders aufschlussreich: Die Arena wartet faktisch seit mehr als vier Jahren auf die Rückkehr des Fußballs.