Die United States Air Force (USAF) hat eine Ausschreibung für den Kauf chinesischer unbemannter Luftfahrzeuge (Drohnen) des Herstellers DJI für die Basis der interkontinentalen ballistischen Raketen im Bundesstaat Wyoming veröffentlicht. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Ausschreibungsunterlagen und den Defence Blog. Die 90th Contracting Squadron veröffentlichte am 14. August 2026 eine kombinierte Bekanntmachung zur Suche nach einem Lieferanten für die Francis E. Warren Air Force Base, wo die 90th Missile Security Squadron stationiert ist.

Technische Notwendigkeit: Warum gerade DJI?

In den Ausschreibungsunterlagen ist die Beschaffung als Anforderung für eine spezifische Marke – nämlich DJI – und nicht als offene Ausschreibung unter den Herstellern formuliert. In einem am 29. Juli von dem Offizier der Vertragsabteilung Chad Evans unterzeichneten Dokument wird darauf hingewiesen, dass DJI etwa 80–85 % des weltweiten Marktes für kommerzielle Drohnen kontrolliert. Die proprietären Protokolle, Funksignaturen und Flugcharakteristika dieser Geräte werden weder von amerikanischen Herstellern noch von anderen Unternehmen repliziert. Ohne Geräte dieser Marke wäre der „fehlerfreie Auftrag zur nuklearen Sicherheit“ der Basis gefährdet, da das Training nur mit Simulationen oder amerikanischen Drohnen die Bediener nicht auf die realen Signale von DJI vorbereiten würde.

Spezifikation und Vertragsbedingungen

Die Beschaffung umfasst zwei DJI Mavic 2 Pro Quadrocopter (als generalüberholt deklariert) mit Fly More Kits, zwei DJI Mini 3 Pro mit Fernbedienungen, zwei DJI Avata 2 Fly More-Sets sowie sechs Geräte für die Luftabwurf von Fracht. Der Vertrag soll zu einem Festpreis mit dem Bieter geschlossen werden, der den niedrigsten Preis bei Einhaltung der technischen Anforderungen bietet. Angebote können bis zum 24. August eingereicht werden, Fragen zur Ausschreibung bis zum 19. August.

Kybersicherheit und RIZER-Software

Um Cyberrisiken zu minimieren, sollen alle gekauften DJI-Geräte vor der Inbetriebnahme mit der Software RIZER ausgestattet werden. Laut Beschreibung im Dokument überschreibt diese Software die Standard-Firmware der Drohnen und schafft ein vollständig vom Netzwerk isoliertes System, das keine Telemetrie oder Bilder an Dritte oder Netzwerke des Verteidigungsministeriums übertragen kann. Als rechtliche Grundlage für die Beschaffung ohne vollständige Ausschreibung wird ein Memorandum des US-Kriegsministeriums mit dem Titel „Unleashing US Military Drone Dominance“ genannt, das Offizieren im Rang eines Obersts und höher den Kauf kleiner Chargen ausländischer Drohnentechnik für die Bedürfnisse der elektronischen Kampfführung und der Entwicklung von Gegenmaßnahmen gegen UAVs erlaubt.

Widersprüchliche Daten

Einerseits betont die Dokumentation, dass DJI 80–85 % des Weltmarktes kontrolliert, was sie für das Training unverzichtbar macht. Andererseits wird im Dokument erwähnt, dass amerikanische Hersteller die proprietären Protokolle von DJI nicht replizieren können, was eine Abhängigkeit von der chinesischen Technologie schafft. Dieser Widerspruch zwischen der Notwendigkeit der Vorbereitung auf reale Bedrohungen und den Risiken der Nutzung ausländischer Ausrüstung bleibt für Sicherheitsexperten eine offene Frage.

Kontext der globalen Drohnenbedrohung

Die Frage der Bekämpfung billiger ziviler Drohnen bleibt eines der zentralen Themen für Armeen, die gegen massive Drohnenangriffe kämpfen. Das Ausmaß der Bedrohung durch feindliche unbemannte Fluggeräte wächst weiter: Laut dem Hauptnachrichtendienst (GUR) plant Russland allein im August 2026 die Produktion von 11.000 Kampfdrohnen, einschließlich neuer Modifikationen der „Geran-4“ und „Geran-5“, was die Aufgaben der Luft- und Drohnenschutzsysteme erschwert.