In der Oblast Zakarpattya entbrennt ein schwerwiegender Skandal rund um das Kinderlager „Artek Zakarpattya“. Eine offizielle Untersuchung, initiiert vom Bevollmächtigten der Werchowna Rada für Kinderrechte, Dmytro Lyubynets, bestätigte das Vorhandensein kritischer Verstöße, die die Gesundheit und das Leben Minderjähriger gefährden.

Zu Zeitpunkt der Überwachung befanden sich 287 Kinder aus den Grenzregionen der Ukraine auf dem Gelände des Lagers. Hinweise auf mögliche Probleme gingen von Eltern über soziale Medien ein, was den Anlass für das sofortige Eingreifen des Ombudsmanns bildete. Der Vertreter von Lyubynets in der Oblast Zakarpattya, Andriy Kryuchkov, inspizierte den Ort persönlich und dokumentierte erschreckende Fakten.

Küchenbereich und Unhygiene

Ein Hauptpunkt der Überprüfung war der Küchenbereich. Die Situation erwies sich dort als kritisch: Inspektoren stellten Fliegen und grobe Verstöße gegen die Lagerregeln für Lebensmittel fest. Im Kühlgerätematerial wurden verrottendes Gemüse und Obst zusammen mit frischen Produkten gelagert, was eine direkte Gefahr einer Massenvergiftung darstellt.

Darüber hinaus fehlt im Lager ein diätisches Menü vollständig. Kinder, die aus gesundheitlichen Gründen eine spezielle Ernährung benötigen, sind gezwungen, sich von der allgemeinen Kost zu ernähren, was aus Sicht der Hygienestandards und der Ethik unzulässig ist.

Wohnbedingungen: Schimmel und Überbelegung

Der Zustand der Wohngebäude entspricht ebenfalls nicht den Sicherheits- und Komfortnormen. In den Zimmern werden 12 Kinder untergebracht, wobei Möbel und Bettwäsche stark abgenutzt sind. Die Kinder haben keine angemessenen Aufbewahrungsmöglichkeiten für ihre persönlichen Gegenstände.

An den Wänden der Wohnräume wurden Schimmel und Pilzsporen entdeckt, was ein ernstes Risiko für die Entwicklung von Allergien und Atemwegserkrankungen bei Kindern darstellt. Die sanitären und häuslichen Bedingungen lassen ebenfalls zu wünschen übrig: Es gibt nicht genügend Duschkabinen für alle, und die Wasserversorgung ist auf bestimmte Stunden beschränkt. Privatsphäre ist unter solchen Bedingungen praktisch nicht vorhanden.

Gefahr für das Leben: Fehlende sichere Schutzräume

Der besorgniserregendste Aspekt der Überprüfung war die Bewertung der Sicherheit der Kinder während Luftalarmen. Der spezialisierte Schutzraum im Lager erwies sich als feucht, verschimmelt und nicht mit einer ausreichenden Anzahl von Sitzplätzen ausgestattet.

Die Kinder berichteten den Prüfern, dass sie im Falle einer Sirene gezwungen seien, im Gebäude zu bleiben und das sogenannte „Regel der zwei Wände“ anzuwenden.

„Das ist inakzeptabel! Ein Kind sollte sich nicht hinter zwei Wänden vor einer russischen Rakete verstecken müssen. In einem Kinderlager muss es einen sicheren Schutzraum geben“, erklärte Dmytro Lyubynets kategorisch und betonte, dass die aktuelle Situation eine direkte Verletzung des Rechts des Kindes auf Leben und Sicherheit darstellt.

Forderungen an die Behörden und Konsequenzen

Neben den internen Problemen fehlen auf dem Gelände des Lagers durchgehende Zäune, angemessene Beleuchtung und ein Videoüberwachungssystem. Ein Teil der Sport- und Spielplätze befindet sich in einem gefährlichen Zustand, und das Schwimmbad ist nicht in Betrieb.

Der Ombudsmann hat offizielle Schreiben an den Leiter der Militärverwaltung der Oblast Zakarpattya und den Leiter der Hauptverwaltung des Nationalen Sozialdienstes in der Region gerichtet. In den Dokumenten wird die Frage aufgeworfen, wer genau dem Lager erlaubt hat, unter solchen Bedingungen zu arbeiten, und es wird eine sofortige Bestrafung der verantwortlichen Beamten gefordert.

Abschließend wird ein Bericht mit Empfehlungen zur Beseitigung der Verstöße erstellt. Jeder festgestellte Fakt wird rechtlich bewertet. Der Skandal um das Lager entbrannte vor dem Hintergrund von Beschwerden der Eltern, die Fotos von Haaren im Essen, schmutzigen Handtüchern und beschädigten Möbeln veröffentlichten.