Dramatisches Ende einer kurzen Amtszeit

Der italienische Fußball ist von spektakulären Rücktritten erschüttert. Die Legenden Paolo Maldini und Leonardo haben beschlossen, ihre Ämter als technischer Direktor und Berater der Italienischen Fußballföderation (FIGC) niederzulegen. Ihre Amtszeit auf diesen Posten dauerte nur 16 Tage nach Amtsantritt am 11. Juli. Grund für diesen abrupten Schritt war ein heftiger Konflikt mit der Führung der Föderation bezüglich der Ernennung eines neuen Nationaltrainers.

Wie das Magazin Sky Sport berichtet, war die Wahl des Trainers der „Squadra Azzurra“ der Hauptstreitpunkt. Die Funktionäre planten, Andrea Pirlo an die Spitze der Mannschaft zu stellen, doch der Föderationspräsident Giovanni Malagò blockierte diese Ernennung persönlich. Laut Maldini war die Vereinbarung über die Position des technischen Direktors einer seiner größten Fehler.

Pirlo gegen die Buchmacher

Andrea Pirlo stand kurz vor der Übernahme der Position, erhielt sie jedoch nicht aufgrund von Verbindungen zu einem russischen Buchmacherunternehmen. Genau dieser Umstand war der Grund, warum der Föderationspräsident die Ernennung ablehnte. Zuvor hatte das Büro des ukrainischen Präsidenten diese Ablehnung kommentiert und diese Entscheidung als „Preis für die Zusammenarbeit mit dem Aggressor“ bezeichnet.

Laut Maldini war Pep Guardiola die erste Wahl bei der Erstellung der Shortlist für die Leitung der Nationalmannschaft. Den Funktionären gelang es sogar, eine vorläufige Einigung mit dem spanischen Spezialisten zu erzielen. Allerdings erklärte die Föderation, dass sie kein Geld für Guardiolas Gehalt habe, und beauftragte sie, eine günstigere Alternative zu finden.

Nur danach einigten sich Maldini und Leonardo auf einen Vertrag mit Andrea Pirlo, der an dritter Stelle der Präferenzliste stand. Doch das Eingreifen von Giovanni Malagò machte alle Vereinbarungen zunichte.

„Dies ist ein trauriger Tag für den italienischen Fußball“

Nach seiner Entlassung gab Paolo Maldini eine vernichtende Erklärung gegenüber der Führung des italienischen Fußballs ab. Er warf der Föderation Unprofessionalität vor und sagte eine Stagnation auf niedrigem Niveau voraus.

„Wir werden auf niedrigem Niveau bleiben, solange Malagò Präsident ist. Das ist die Wahrheit. Leonardo und ich haben alles getan, was wir konnten, aber glauben Sie mir: Wir sind nicht mehr zu retten“, betonte der legendäre Verteidiger.