In der Oblast Transkarpatien wurde ein weitreichender Korruptionsskandal aufgedeckt, der zwischen 2022 und 2024 stattfand. Im Rahmen der Operation „Rückseite der TCK und VVK' (Territoriale Zentren für Mobilisierung und Soziale Unterstützung sowie Militärärztliche Kommissionen) stellten die Strafverfolgungsbehörden fest, dass im Mukatschewer Bezirks-TCK und SSP ein Fließband zur illegalen Streichung von Wehrpflichtigen aus dem Register eingerichtet worden war. Dies meldet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Erklärung des Generalstaatsanwalts der Ukraine, Ruslan Krawtschenko.
Mechanismus der illegalen Streichung
Laut Ermittlungen waren die damalige Leiterin des Mukatschewer Bezirks-TCK und SSP sowie ihr Untergebener, der für Wehrpflichtfragen und Befreiungen zuständig war, die Initiatoren dieser Praxis. Der Mechanismus war bis zur Automatisierung perfektioniert: In Wehrpass-, medizinische und andere dienstliche Unterlagen wurden vorsätzlich falsche Angaben eingetragen. Auf Basis dieser Fälschungen wurden Männer ohne rechtlichen Grund als untauglich für den Militärdienst eingestuft und vom Register gestrichen.
Insgesamt wurden nach vorläufigen Schätzungen mindestens 1577 Personen auf diese Weise illegal aus dem Register der Wehrpflichtigen entfernt. Die absolute Mehrheit davon – 1142 Bürger – wurde angeblich aus gesundheitlichen Gründen gestrichen. Die Ermittlungen prüfen derzeit, ob einige dieser Personen die Ukraine nach Erhalt der gefälschten Dokumente verlassen haben.
Vernichtung von Beweisen und Wiederherstellung von Daten
Als die Praxis der Aufdeckung nahe kam, versuchten die Beteiligten, die Beweise zu vernichten. Im August 2024, so die Ermittlungen, fertigte die Leiterin des TCK einen fingierten Akt über die Beschlagnahme an und vernichtete Bescheinigungen, Beschlüsse der Militärärztlichen Kommissionen (VVK) und andere medizinische Dokumente. Bemerkenswert ist, dass solche Unterlagen gesetzlich 75 Jahre aufbewahrt werden müssen.
Den Ermittlern gelang es jedoch, das Geschehen zu rekonstruieren. Unter Nutzung von Daten der Nationalen Gesundheitsdienstleistung der Ukraine (NSZU), Zeugenaussagen, Gutachten und anderen Materialien identifizierten die Strafverfolger die Fälschungen. Zum jetzigen Zeitpunkt, dem 7. August 2026, wurden bereits 120 Personen wieder in das Wehrregister eingetragen; die Überprüfung der übrigen Beteiligten läuft weiter.
Ermittlungen und Festnahmen
Im Rahmen der Ermittlungen führten die Behörden 17 Durchsuchungen bei aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern des Mukatschewer TCK und SSP sowie bei Mitgliedern der VVK und anderen Beteiligten durch. Zwei ehemaligen Beamten wurde bereits der Verdacht des Behinderns der rechtmäßigen Tätigkeit der Streitkräfte der Ukraine in der besonderen Zeit vorgeworfen. Die Staatsanwälte bestehen auf der Anordnung einer Haftstrafe ohne Möglichkeit der Kaution.
Widersprüchliche Daten
Obwohl die Generalstaatsanwaltschaft konkrete Zahlen nennt (1577 gestrichene Personen, 1142 aus gesundheitlichen Gründen), gibt es Nuancen bei der Bewertung des Gesamtbildes. Die Ermittlungen klären weiterhin die Rolle einzelner VVK-Mitglieder und anderer möglicher Teilnehmer der Praxis. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die endgültige Zahl der illegal gestrichenen Bürger im Zuge der Abschluss der Gutachten und der Analyse der NSZU-Daten nach oben korrigiert wird. Zudem erfordert der genaue Status derjenigen, die die Ukraine verlassen haben, eine zusätzliche Verifizierung durch die Grenzbehörden.