Am 30. August fand in Bukowele ein soziales Schwimmen statt, das die Organisatoren als Manifest und nicht als Wettkampf bezeichnen. Im Wasser nahmen 17 Veteranen der Verteidigungskräfte und anderer staatlicher Strukturen teil, die meisten von ihnen Menschen mit Amputationen, überwiegend der Invaliditätsgruppe I. Das Format der Veranstaltung war unkonventionell: Die Teilnehmer überquerten die Strecke nicht einfach, sondern zogen Boote hinter sich her, in denen zehn Jugendliche mit schwerwiegenden Entwicklungsstörungen saßen. Organisator des Schwimmens war der öffentliche Aktivist Alexander Teren, Vertreter der NGO „Memoria Kod' und des Projekts „M13'.
Manifest-Format statt Rennen
Laut Teren ist die zentrale Idee der Veranstaltung, zu zeigen, dass es für die Veteranen nicht um Siege und Auszeichnungen geht, sondern um gleiche Chancen. „Der Slogan dieser Veranstaltung lautet: ‚Nicht für Medaillen – für Barrierefreiheit'. Wir wollten zeigen, dass es uns, den Veteranen, egal ist, ob es sich um irgendeinen Wettkampf handelt. Wir brauchen Barrierefreiheit', erklärte der Organisator. So wurde das Schwimmen zu einer öffentlichen Erklärung dafür, dass die Zugänglichkeit der Umgebung wichtiger ist als sportliche Ergebnisse.
Wer ins Wasser ging
Unter den Teilnehmern waren Vertreter verschiedener Einheiten: des 80. ODSBr, des 24. OMBR, des 125. OVMBR, der 35. separaten Brigade der Marineinfanterie, der 47. OIBr, des 14. OMBR sowie des 3. NS der Ukraine DBR. Teren betonte, dass Menschen mit verschiedenen Arten von Behinderungen, einschließlich rechtlicher großer Amputationen, teilnahmen. „In der Gesellschaft entsteht immer die Meinung, dass dies Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten sind. Aber heute haben diese Menschen gezeigt, dass es absolut keine Einschränkungen gibt, zumindest nicht für sie', bemerkte er. Die Veranstaltung vereinte Veteranen, Zivilisten und Kinder mit schwerwiegenden Entwicklungsstörungen.
Aufruf zu barrierefreien Gewässern
Einen besonderen Schwerpunkt legte der Organisator darauf, dass Barrierefreiheit nicht an den Wänden des Pools und der Anzahl der bevorzugten Plätze bei Sportveranstaltungen enden sollte. „Wir wollten diesen Kindern zumindest die Möglichkeit geben, Zeit an einem offenen Gewässer zu verbringen und mit uns zusammen zu sein. Wir wollen am Strand sein, wenn es ein offenes Gewässer ist, und die Möglichkeit haben, ohne Prothesen, im Rollstuhl ins Wasser zu gehen. Leider gibt es in der Ukraine nur eine Handvoll solcher Gewässer', sagte Teren. Das Ziel sei, Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass nicht nur die städtische Umgebung, sondern auch natürliche Orte barrierefrei sein sollen.
Fortsetzung am Dnipro
Nach dem erfolgreichen Schwimmen in Bukowele kündigte Alexander Teren eine neue, größere Veranstaltung an. Sie soll am Dnipro in Kiew mit der Teilnahme von etwa hundert Veteranen stattfinden. Dies soll eine Fortsetzung und Erweiterung des in Bukowele begonnenen Formats sein.
Kontext: von der Einschränkung zum eigenen Format
Es ist zu erwähnen, dass Terens Initiative aus einem vorherigen Skandal hervorging: Zuvor war Veteranen mit Amputationen die Teilnahme am Schwimmen eingeschränkt worden, woraufhin der Organisator die Durchführung einer eigenen Veranstaltung ankündigte. Genau dieser Vorfall wurde laut Berichten ukrainischer Medien zum Anlass für die Schaffung eines alternativen Formats, in dem Menschen mit Behinderungen nicht als Objekte der Fürsorge, sondern als aktive Teilnehmer und Organisatoren auftreten.