SpaceX hat eine weitere Phase der Vorbereitung auf den 14. Testflug des Raketensystems Starship abgeschlossen: Auf einem Platz in der Nähe des Komplexes Starbase im südlichen Texas führten Ingenieure statische Zündtests der Triebwerke des Oberstufenraumschiffs – des Prototyps Ship 41 – durch. Zuerst wurde eines der sechs Raptor-3-Triebwerke gezündet, um seinen Betrieb während des Deorbit-Manövers zu simulieren, anschließend wurden alle sechs Triebwerke des Raumschiffs für 60 Sekunden gleichzeitig gezündet. Laut dem Unternehmen sind solche Prüfungen eine obligatorische Phase vor dem Flug: Sie bestätigen die Funktionsfähigkeit der Antriebssysteme und die Bereitschaft des Raumschiffs, auf allen Abschnitten der Flugbahn die erforderliche Schubkraft zu erzeugen.

Was ist Ship 41 und wozu dienen diese Tests

Der Prototyp Ship 41 ist die Oberstufe des Raketensystems Starship der Version V3, der fortschrittlichsten Modifikation des Systems. Das Raumschiff ist mit drei atmosphärischen und drei Vakuum-Triebwerken Raptor 3 ausgestattet, die für den Betrieb außerhalb der dichten Atmosphärenschichten optimiert sind. Bei den Zündtests wurde nicht nur das Zünden der Triebwerke geprüft, sondern auch die Stabilität der Treibstoffsysteme, die Funktion der Steuerungsautomatik und die Fähigkeit des Raumschiffs, auf der gesamten Flugbahn die nötige Schubkraft zu erzeugen. Genau dieses Bündel von Eigenschaften bestimmt, ob Starship seine im Flug gestellten Aufgaben erfüllen kann.

Fortschritt der Plattform V3 und ihre Merkmale

Bei früheren Flugtests hat die Starship-Plattform V3 bereits spürbaren Fortschritt gezeigt: Das System näherte sich umlaufbahntypischen Höhen, führte komplexe Manöver aus, einschließlich der erneuten Zündung des Raptor-Triebwerks im Weltraum, und die Oberstufe führte einen kontrollierten Abstieg und eine kontrollierte Wasserlandung durch. Die dritte Version des Systems ist etwa 124 Meter hoch und ist für eine deutlich größere Nutzlast ausgelegt als frühere Starship-Varianten. Langfristig plant SpaceX, diese Rakete zum Start großer Satellitenkonstellationen, zur Lieferung von Fracht zum Mond im Rahmen des Artemis-Programms und zu nachfolgenden interplanetaren Missionen einzusetzen.

Was vor und nach dem 14. Flug ansteht

Der erste Umlaufbahnflug von Starship, der für Ende August oder Anfang September geplant ist, wird eine entscheidende Prüfung der Architektur einer vollständig wiederverwendbaren Super-Schwerlastrakete sein. Für den Übergang zum praktischen Betrieb muss SpaceX noch die Zuverlässigkeit der Umlaufbahnbetriebens, die Technologie der Treibstoffnachbetankung im Orbit und die Wiederverwendung beider Stufen – der Super-Heavy-Trägers und des Raumschiffs Ship – bestätigen. In den kommenden Tagen wird das Unternehmen statische Zündtests der 33 Raptor-3-Triebwerke der Super-Heavy-Trägers durchführen, woraufhin es zur finalen Montage der Rakete vor dem Start des 14. Testflugs übergehen kann.

Widersprüchliche Angaben

In den öffentlichen Aussagen und dem tatsächlichen Vorbereitungsszenario gibt es einen deutlichen Widerspruch, der berücksichtigt werden sollte. Einerseits zeichneten Elon Musk und SpaceX über Jahre hinweg ein weitheraufendes Bild: Der 14. Flug wurde als erster Eintritt eines vollständig wiederverwendbaren Systems in die Erdumlaufbahn positioniert, die früheren Starts als Schritte zu umlaufbahntypischen Höhen mit kontrollierter Wasserlandung. Andererseits weist der vorbereitende Text selbst ausdrücklich darauf hin, dass der bevorstehende Flug „nicht so sein wird, wie Elon Musk es zuvor versprochen hat“, das heißt, das tatsächliche Szenario und der Aufgabenbereich des 14. Starts stimmen nicht mehr mit den ursprünglichen öffentlichen Zusagen überein. Darüber hinaus ist die Terminologie der früheren Flüge („näherte sich umlaufbahntypischen Höhen“, „kontrollierter Abstieg und Wasserlandung“) nicht mit einem vollwertigen Umlaufbahnflug mit Erreichen einer stabilen Umlaufbahn gleichzusetzen, was beim Leser einen falschen Eindruck über eine frühere Erreichung der Umlaufbahn erwecken kann. Beide Versionen – sowohl die ambitionierten Zusagen als auch der zurückhaltende faktische Plan – sind oben ohne Versuch dargestellt, sie zu „glätten“.