Erstmals in der Geschichte der Weltraumforschung hat das Unternehmen SpaceX eine vollständige Rettungs- und Bergungsoperation der Oberstufe der Rakete Starship aus offenen Ozeanwasser durchgeführt. Der Prototyp Ship 40, der den 13. Testflug abgeschlossen hatte, landete am 24. Juli 2026 in der Nähe der australischen Weihnachtsinsel im Indischen Ozean und verbrachte rund 24 Tage auf der Wasseroberfläche, bevor die SpaceX-Ingenieure mit der detaillierten Inspektion und der Vorbereitung auf den Transport begannen. Laut BBC dauerte die Rettung der Oberstufe drei Wochen intensiver Arbeit, und Satellitenaufnahmen dokumentierten den gesamten Verlauf der Bergungsoperation aus dem Ozean.

Was die Fotos zeigen: 50 Meter beschädigtes, aber intaktes Raumschiff

Auf den veröffentlichten Aufnahmen, die vom Fotografen Swjatoslaw Schanigin gemacht wurden, ist das 50 Meter lange Raumschiff zu sehen, das in den ruhigen Gewässern des Indischen Ozeans treibt. In Nahaufnahme sind die Raptor-Triebwerke zu erkennen – mehrere Düsen unterschiedlichen Durchmessers, von denen einige mit charakteristischer Korrosion und Meereswasserbelag bedeckt sind. Beschädigte Bereiche der Hitzeschutzschildes mit sechseckigem Muster belegen die enormen Belastungen, die die Konstruktion beim Wiedereintritt in die Atmosphäre erlitten hat. Trotz der Einwirkung von Salzwasser und extremer Temperaturen hat der Rumpf des Schiffes seine Dichtheit bewahrt, was ein entscheidendes Ergebnis für die SpaceX-Ingenieure darstellt. Neben dem gigantischen Apparat befinden sich auf dem Wasser kleine Boote mit Personal in orangefarbenen Rettungswesten, was die Dimension der Konstruktion eindrucksvoll verdeutlicht.

Ingenieurtechnische Inspektion und der Wert der gewonnenen Daten

Gegenwärtig ist das Team der SpaceX-Ingenieure am Landeort eingetroffen, um alle Systeme des Schiffes detailliert zu inspizieren. Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Starts genau dieses Prototyps aufgrund des langen Aufenthalts in Salzwasser und der unvermeidlichen Korrosion der internen Systeme als äußerst gering eingeschätzt wird, haben die in der Operation gewonnenen praktischen Daten für das Unternehmen einen enormen Wert. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Angaben zum Atmosphärendruck unter realen Flugbedingungen und dem Zustand des Hitzeschutzschildes nach der Landung. Diese Parameter werden bei der Entwicklung der Raumschiffe der nächsten Generation und der Sicherung künftiger Missionen entscheidend sein.

Elon Musks Pläne: Starship von der Startrampe aus abfangen

SpaceX-Chef Elon Musk hat persönlich neue Fotos des Rettungsprozesses in den sozialen Medien geteilt und über die nächsten Pläne des Unternehmens berichtet. Laut seinen Angaben beabsichtigt SpaceX in den kommenden Monaten, das zurückkehrende Starship in der Luft mit Hilfe einer speziellen Startrampe – der sogenannten „Mechazilla“ – abzufangen. Die Einführung dieser Technologie wird es ermöglichen, die Komponenten des Raumschiffs schnell wiederherzustellen, ohne dass eine Landung im Ozean erforderlich ist, was die Zeit zwischen den Flügen erheblich verkürzt und die Wartungskosten senkt.

Aussichten auf einen Wiederholungsflug und wirtschaftliche Effizienz

Den Prognosen von Fachleuten und Branchenanalysten zufolge könnte der erste Wiederholungsflug von Starship auf Basis eines wiederhergestellten oder neuen Prototyps Ende 2026 oder Anfang 2027 stattfinden. Die im Rahmen des 13. Testflugs und der anschließenden Rettungsoperation gewonnenen Daten werden ein entscheidender Faktor für die Sicherung sowohl der Sicherheit als auch der wirtschaftlichen Effizienz künftiger Weltraumflüge sein. Die erfolgreiche Bergung des Schiffes aus dem Ozean bestätigt, dass SpaceX über die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen verfügt, um mit den größten bemannten und unbemannten Apparaten in der Geschichte der Raumfahrt zu arbeiten.

Widersprüchliche Angaben

In den öffentlichen Quellen ist eine geringfügige Diskrepanz in der Chronologie der Operation zu beobachten. Der Basistext von ixbt.com gibt an, dass das Schiff „komplett aus dem Ozean ans Ufer gebracht wurde“, während die veröffentlichten Fotos und die BBC-Daten belegen, dass der Apparat zum Zeitpunkt der Aufnahme noch im Wasser war und direkt auf dem Wasser inspiziert wurde. BBC charakterisiert die Operation ihrerseits als „Rettung“ der Oberstufe, die drei Wochen in Anspruch nahm, was mit den 24 Tagen Drift übereinstimmt, aber die tatsächliche Entladung des Schiffes an Land nicht bestätigt. Der Begriff „Bringing ans Ufer“ kann sich somit auf die abgeschlossene Phase der Fixierung und Vorbereitung auf den Transport beziehen und nicht auf die physische Verlagerung des 50-Meter-Apparats an Land. Die genaue Nummerierung des Flugs als „13. Testflug“ erscheint ausschließlich in den Materialien von ixbt.com und wird in den Schlagzeilen der übrigen Quellen nicht bestätigt, wo der Schwerpunkt auf der Art der Rettungsoperation und nicht auf der Missionsnummer liegt.