In der Ukraine wurden vorübergehende Störungen im Betrieb des elektronischen Gesundheitssystems (ЕСОЗ) festgestellt. Laut Berichten von RBC-Ukraine unter Verweis auf die App Helsi und den Nationalen Gesundheitsdienst der Ukraine (NSZU) konnten Patienten Verzögerungen bei der Ausstellung elektronischer Rezepte, Überweisungen und medizinischer Gutachten feststellen. Die Behörden und der Dienst betonen, dass es sich um eine vorübergehende Störung und nicht um einen Systemausfall handelt und dass die persönlichen Gesundheitsdaten der Bürger in diesem Zeitraum geschützt blieben.
Ursache der Störung: Folgen des Angriffs und der Betrieb eines der Anbieter
Der Dienst Helsi erklärte, dass infolge eines feindlichen Angriffs eine Notlage in einem Rechenzentrum eines der Anbieter entstand, was sich auf den Betrieb des ЕСОЗ auswirkte. Infolgedessen konnten Ärzte vorübergehend bestimmte elektronische Rezepte, Überweisungen und medizinische Gutachten nicht ausstellen. Helsi betonte ausdrücklich, dass die Verzögerungen nicht von einem bestimmten Arzt oder einer medizinischen Einrichtung abhängen, und versicherte: „Ihre Gesundheitsdaten sind geschützt und gespeichert. Es besteht keine Gefahr ihres Verlusts.“
Chronologie der Wiederherstellung der Dienste
Laut NSZU kam es am 17. September aufgrund technischer Schwierigkeiten bei einem der Anbieter zu Problemen im Betrieb des ЕСОЗ; am selben Tag wurden jedoch die Hauptfunktionen der zentralen Datenbank des Systems wiederhergestellt, später auch die Arbeit mit signierten Inhalten der Deklarationen. Helsi teilte mit, dass der Betrieb des staatlichen Systems am 17. September um 14:00 Uhr wiederhergestellt wurde, wobei einzelne Dienste vorübergehende Störungen aufweisen und schrittweise wiederhergestellt wurden. Das Gesundheitsministerium präzisierte, dass am 18. September um 12:00 Uhr alle Komponenten der zentralen Datenbank des ЕСОЗ im Normalbetrieb waren und die wichtigsten digitalen Dienste für die Nutzer verfügbar waren. Dort wurde auch der Mechanismus erklärt: Während der technischen Arbeiten am 17. September bis 14:00 Uhr konnten Mediziner Dokumente in ihren medizinischen Informationssystemen als Entwürfe erstellen und nach der Wiederherstellung deren Unterzeichnung und Übermittlung abschließen.
Was Patienten während der Störung tun sollten
Helsi rät denen, die auf ein Rezept oder eine Überweisung warten, sich bei ihrem Arzt zu erkundigen, wie sie während der vorübergehenden Nichtverfügbarkeit des Systems vorgehen sollen und wann die Dokumente abgeschlossen werden können. Wenn ein Patient einen Arztbesuch geplant hat, fordert der Dienst auf, diesen nicht allein wegen einer Störungsmeldung abzusagen: Die medizinischen Einrichtungen haben erprobte Abläufe für den Fall einer vorübergehenden Nichtverfügbarkeit des ЕСОЗ. Über die vollständige Wiederherstellung aller Dienste versprachen die Seiten, zusätzlich zu informieren.
Widersprüchliche Angaben
In den Aussagen der Seiten gibt es Unterschiede in der Formulierung der Ursache und in der Chronologie. Helsi führt die Störung direkt auf eine „Notlage in einem Rechenzentrum eines der Anbieter“ infolge eines feindlichen Angriffs zurück. Das Gesundheitsministerium beschreibt seinerseits den 17. September als Zeitraum „technischer Arbeiten auf Ebene der ZBD des ЕСОЗ aufgrund von Schwierigkeiten im Betrieb eines der Dienstleister, verursacht durch die Folgen eines feindlichen Beschusses“, und ordnet die aktuellen Verzögerungen bei der Zustellung von SMS-Nachrichten einem der Mobilfunkanbieter zu und betont, dass dies nicht mit den Folgen des Beschusses zusammenhängt und die Erstellung elektronischer Dokumente nicht beeinträchtigt. Auch in der Chronologie gibt es einen Nuancenunterschied: Während Helsi auf die Wiederherstellung des Systems am 17. September um 14:00 Uhr verweist, stellte die NSZU am 18. September um 09:00 Uhr erneut Probleme fest — diesmal auf der Ebene der Nachrichtenzustellung —, die laut Gesundheitsministerium bis 12:00 Uhr desselben Tages behoben wurden.
Kontext: Angriffe auf die Telekommunikationsinfrastruktur
RBC-Ukraine hatte zuvor berichtet, dass am 17. September infolge eines Angriffs ein Gebäude in der Oblast Kiew beschädigt wurde, in dem die Ausrüstung von „Kyivstar“ untergebracht ist; die Mitarbeiter des Unternehmens blieben unverletzt, und den Abonnenten wurden die Dienste weiterhin bereitgestellt. Am 11. September wurde das Büro des Engineering-Teams von „Kyivstar“ in Kiew infolge eines Drohnenangriffs beschädigt. Bemerkenswert ist, dass der medizinische Dienst Helsi seit August 2022 zum Unternehmen „Kyivstar“ gehört. Dabei stellte das Gesundheitsministerium fest, dass die Ausfallzeit des ЕСОЗ in den letzten drei Monaten über 96 % betrug.