Serhij „Flash“ Beskrestnow, freier Berater des ukrainischen Präsidenten für die Entwicklung technologischer Verteidigungsbereiche, erklärte, dass Russland zu einer industriellen Maßstabsebene beim Einsatz von strahlgetriebenen Schlagdrohnen gegen das ukrainische Territorium übergegangen sei. Nach seiner Einschätzung wurden die Ukraine im Juli 2026 von rund 1500 solchen Geräten angegriffen, im August – von bereits über 2500. „Strahl-„Scheheds“ werden praktisch direkt vom Werk aus auf die Ukraine abgefeuert“, betonte er und wies darauf hin, dass zwischen Produktion und Kampfeinsatz beim Gegner praktisch kein zeitlicher Abstand mehr bleibt.

Industrieller Maßstab der Angriffe

Laut Beskrestnow zeigt die Dynamik des Einsatzes von Strahldrohnen ein anhaltendes Wachstum: Wenn vor einem Monat die Angriffe etwa eineinhalbtausend Geräte umfassten, überstieg der Wert Ende August zweieinhalbtausend. Der Berater wertet diese Zahl als Beleg dafür, dass der Gegner Produktion und Start auf Fließbandniveau gebracht hat, bei dem die Drohnen nicht auf Lagern angesammelt werden, sondern unmittelbar nach Fertigstellung in den Kampf gehen.

Start „vom Fließband“

Der zentrale Punkt der Aussage ist die Minimierung des logistischen Zeitfensters zwischen Werk und Ziel. Nach Einschätzung von Beskrestnow ermöglicht genau dieses Modell Russland, ein hohes Schlagtempo aufrechtzuerhalten, selbst bei begrenztem Bestand an fertiger Technik: Jedes produzierte Gerät wird praktisch sofort zum Kampfmittel. Dies, so seine Worte, ändere den Charakter der Angriffe und erfordere, dass das Luftabwehrsystem im Modus des kontinuierlichen und nicht des episodischen Abschusses arbeite.

Strategie der Wellenschläge auf Kiew

Zum Zeitpunkt der Aussage griff Russland nach Angaben der Publikation bereits am vierten Tag in Folge Kiew und die Oblast Kiew ununterbrochen mit Strahldrohnen an. Der Leiter des ZPD, Andrij Kowalenko, erklärte die Taktik des Gegners damit, dass die Starts in kleinen Wellen und nicht als ein massiver Schlag durchgeführt würden. Nach seinen Worten verfügt der Gegner nicht über die Ressourcen für den gleichzeitigen Einsatz einer großen Anzahl von Drohnen; das Ziel der Wellenangriffe sei daher, die Arbeit der Hauptstadt zu lähmen, die Mittel der Luftabwehr zu erschöpfen und psychologischen Druck auf die Bevölkerung auszuüben.

Widersprüchliche Daten

In den Aussagen ukrainischer Amtsträger zeigt sich eine Verschiebung der Akzente. Einerseits spricht Beskrestnow von tausenden Geräten, die „praktisch vom Werk aus“ in den Angriff gehen, was auf eine großindustrielle Produktion hindeutet. Andererseits charakterisiert Kowalenko die Starts als „kleine Menge“ von Drohnen, die in Wellen genau wegen des Ressourcenmangels des Gegners für einen massiven Einsatz abgefeuert werden. Beide Versionen stimmen darin überein, dass die Angriffe einen kontinuierlichen Charakter haben, sie divergieren jedoch in der Bewertung des tatsächlichen Umfangs der Technik: Eine Quelle betont den industriellen Maßstab, die andere – die Begrenztheit und die Wellennatur der Schläge. Eine unabhängige Verifikation der genauen Produktions- und Startzahlen liegt derzeit nicht vor.

Wie die Ukraine zu reagieren gedenkt

In öffentlichen Kommentaren verknüpft die ukrainische Seite die Gegenmaßnahmen mit der Notwendigkeit, die eigenen Abschussmittel und die Produktion zu skalieren. Berichten zufolge liegt der Schwerpunkt auf der Ausweitung der Fähigkeiten zur Abschuss von Strahldrohnen und der Anpassung der Luftabwehr an den kontinuierlichen Charakter der Angriffe, um den Erschöpfungseffekt zu verringern, auf den der Gegner hofft.