Die Straße von Ormuz ist nach vorliegenden Einschätzungen nach wie vor teilweise vermint, und die öffentlichen Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump über eine vollständige Räumung der Wasserstraße entsprechen nicht den Tatsachen. Laut vorläufigen Angaben von Quellen des Mediums haben die US-Marinekräfte zwar tatsächlich Erfolg bei der Entschärfung von Sprengstoff in internationalen Gewässern erzielt, doch es gelang den amerikanischen Streitkräften und ihren Partnern nicht, alle vom Iran verlegten Minen zu beseitigen: In der Gewässerzone befinden sich nach vorläufigen Schätzungen weiterhin 80 bis 150 Minen. Vor diesem Hintergrund bleibt die zentrale Seeroute, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird, eine Zone mit erhöhtem Risiko für die kommerzielle Schifffahrt.

Trumps Aussagen und das Schweigen des CENTCOM

Trotz der anhaltenden Bedrohung hatte Donald Trump in den vergangenen Tagen mehrfach öffentlich die absolute Sicherheit der Meerenge behauptet. In der Sendung „Glenn Beck“ erklärte er: „Die Minen sind verschwunden. Sie haben es vermutlich gesehen – wir haben das gestern erledigt – alle Minen, wir haben uns der Minen entledigt.“ Das US-Zentralkommando (CENTCOM) lehnte es jedoch ab, zu den aktuellen Einschätzungen der Sicherheitslage in der Region Stellung zu nehmen, was den öffentlichen Raum für widersprüchliche Versionen über den tatsächlichen Zustand der Gewässer offen lässt.

Einschätzungen der Experten: 80–150 Minen verbleiben

Militäranalysten warnen, dass die Räumung der Meerenge deutlich mehr Zeit und Ressourcen erfordert, als öffentlich angegeben wird. „Es ist unwahrscheinlich, dass alle Minen in der Meerenge entschärft wurden. Selbst wenn die Minengefahr verringert worden wäre, könnte der Iran weiterhin zu einer Eskalation führen“, so Becca Wasser, Leiterin der Abteilung Verteidigung bei Bloomberg Economics. Für die Wiederherstellung der vollen kommerziellen Schifffahrt bestehen die Verbündeten der USA auf einer internationalen Operation mit europäischen Partnern, die über spezialisierte Ausrüstung zur Suche schwer erkennbarer Minen des Typs Maham verfügen.

Widersprüchliche Daten

In offenen Quellen und den Aussagen der Parteien gibt es einen direkten Widerspruch über die Ergebnisse der Operation. Einerseits vermitteln die offizielle Rhetorik Washingtons und ein Teil der inländischen Medien die Version, dass die US-Marine alle Minen in der Straße von Ormuz entschärft habe, was den Aussagen von Präsident Trump entspricht. Andererseits verbleiben laut Bloomberg und Militärexperten weiterhin 80 bis 150 Minen im Wasser, und das CENTCOM bestätigt keine vollständige Räumung der Gewässer. Der Unterschied zwischen „vollständiger Räumung“ und „teilweiser Entschärfung“ ist grundlegend: Von ihm hängt ab, wann und in welcher Form der volle Tankertransit wieder aufgenommen werden kann.

Verhandlungen zwischen Iran und Oman

Die Lage um die zentrale Seeroute bleibt angesichts des langwierigen Sicherheitskonflikts in der Region angespannt. Am Vortag führten Iran und Oman Verhandlungen über die Einrichtung eines vorübergehenden gemeinsamen Schifffahrtkorridors und den möglichen Start einer Minenräumungsmission in den Gewässern. Berichten zufolge haben sich die Seiten faktisch auf eine Aufteilung der Verantwortung für die Meerenge und auf einen Mechanismus für einen vorübergehenden Korridor geeinigt, doch wurden Details und Zeitplan für den Start der Operation öffentlich nicht offengelegt, was die Unsicherheit aufrechterhält.

Auswirkungen auf die Ölmärkte

Die Unsicherheit in Fragen der Schifffahrtssicherheit setzt die globalen Märkte weiterhin unter Druck. Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse fallen die weltweiten Ölpreise bereits seit mehreren Tagen in Folge rasch, da Händler auf eine endgültige Entscheidung über die Wiederaufnahme des vollen Transits durch die Meerenge warten. So reagiert der Finanzmarkt selbst bei teilweisem Erfolg der Minenräumungsoperation auf das Restrisiko und nicht auf die öffentlichen Aussagen zur „vollständigen Räumung“.