Das ukrainische Energiesystem bereitet sich auf weitreichende Änderungen bei der Preisgestaltung vor. Die Nationale Kommission für die Regulierung der Bereiche Energie und kommunale Dienstleistungen (NKREKP) hat eine Entscheidung über eine erhebliche Anpassung der Tarife für Stromübertragungsdienstleistungen genehmigt. Ab dem 1. August 2026 wird die Kosten für die Übertragung in den Hochspannungsnetzen von «Ukrenergo» um ein Viertel steigen.

Neue Zahlen: Anstieg um 25 %

Entsprechend der offiziellen Entscheidung des Regulators, die während einer Online-Übertragung veröffentlicht wurde, beträgt der neue Tarif 928,45 Hrywnja pro Megawattstunde ohne Mehrwertsteuer. Dies ist eine wesentliche Erhöhung im Vergleich zu den aktuellen Werten. Die Berechnung basierte auf einem Gesamtvolumen der Stromübertragung von 89,55 Millionen Megawattstunden.

Der Regulator hat jedoch Ausnahmen für bestimmte Verbraucherkategorien vorgesehen. Für Unternehmen der «grünen» Elektrometallurgie wurde ein ermäßigter Tarif von 563,26 Hrywnja pro Megawattstunde festgelegt. Diese Entscheidung zielt darauf ab, umweltfreundliche Produktionsprozesse zu unterstützen.

Was hat sich in der Tarifstruktur geändert?

Der Hauptfaktor für die Kostensteigerung ist ein neuer Bestandteil in der Tarifstruktur – die Zahlung zur Erfüllung spezieller Verpflichtungen. Dies steht in direktem Zusammenhang mit der Notwendigkeit, den Anteil der Stromerzeugung aus alternativen Quellen zu erhöhen. Die Kosten für diesen Bestandteil wurden auf 365,19 Hrywnja pro Megawattstunde festgelegt.

Bereits am 7. Juli hatte die NKREKP einen Tarif in gleicher Höhe genehmigt, doch die endgültige Bestätigung wurde durch eine gesetzliche Kollision blockiert. Das Problem lag in der Formulierung des Gesetzes zur Marktverknüpfung Nr. 4834-IX. Das Dokument verbot die Einbeziehung spezieller Verpflichtungen in den Tarif von «Ukrenergo», und diese Bestimmung sollte erst am 1. Januar 2030 in Kraft treten.

Die Situation wurde durch den Gesetzentwurf Nr. 14067 korrigiert, der vom Parlament (Werchowna Rada) verabschiedet und vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet wurde. Ein Fehler des Sekretariats des Energieausschusses, der diese Detail ursprünglich nicht in die abschließenden Bestimmungen aufgenommen hatte, wurde behoben, was es dem Regulator ermöglichte, die Erhöhung zu legalisieren.

Auswirkungen auf die Bevölkerung und Forderungen des IWF

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Entscheidung der NKREKP den Tarif für die Stromübertragung in den Hochspannungsnetzen betrifft, den Lieferanten und große industrielle Verbraucher bezahlen. Für Haushaltskunden bedeutet dies nicht automatisch eine Verteuerung des Stroms in den Rechnungen – der geltende Tarif für die Bevölkerung bleibt unverändert.

Trotzdem setzen sich die Änderungen in der Tarifpolitik auch in anderen Bereichen fort. So ist in Lwiw ab dem 1. August 2026 eine Erhöhung des Wasserpreises geplant.

Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund strenger Anforderungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Rahmen der Überprüfung des EFF-Programms. Der Fonds besteht auf einer schrittweisen Erhöhung der Gas- und Stromtarife bereits ab nächstem Jahr. Darüber hinaus fordert der IWF die Einführung der Mehrwertsteuer für einen Teil der Einzelunternehmer und die Abschaffung von Steuervergünstigungen für Pakete.