Bei der Sitzung der UN-Generalversammlung zur Lage auf den besetzten Gebieten der Ukraine erklärte der Ständige Vertreter der Republik Korea, Chu Hoon-sa, dass die militärische Zusammenarbeit Russlands und Nordkoreas die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verletzt und den von Moskau begonnenen Krieg faktisch in die Länge zieht. Die Rede wurde im Rahmen der Debatte über die Lage auf den besetzten Gebieten gehalten und befasste sich sowohl mit der militärischen Zusammenarbeit der beiden Länder als auch mit den humanitären Folgen des Konflikts für die Zivilbevölkerung.

Erklärung Südkoreas vor der UN

Laut dem Diplomaten ist Seoul „ernsthaft besorgt“ über die militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang. Er betonte, dass diese Zusammenarbeit trotz wiederholter Aufforderungen zu ihrem Ende „unverändert fortgesetzt“ werde. Als konkrete Beispiele nannte er die Übertragung von Waffen, einschließlich ballistischer Raketen, sowie die Stationierung von Militärkontingenten, die nach Einschätzung des südkoreanischen Vertreters eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit darstellten.

Verletzung von Resolutionen und Aufforderung zur Beendigung der Zusammenarbeit

Der Vertreter der Republik Korea wies darauf hin, dass diese Handlungen eine Verletzung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats darstellen. In diesem Zusammenhang appellierte er an Moskau und Pjöngjang, die „illegale militärische Zusammenarbeit“ zu beenden. Der Diplomat betonte zudem, dass der diplomatische Dialog eine notwendige Voraussetzung für das Ende des Konflikts sei, der, so seine Worte, „nicht hätte beginnen dürfen“ und „ohne weitere Verzögerung“ beendet werden müsse.

Zunahme der Opfer unter der Zivilbevölkerung

Besonders hob Chu Hoon-sa den starken Anstieg der Opfer unter der Zivilbevölkerung der Ukraine hervor. Laut UN-Daten wurden im Juli bei Angriffen Russlands mindestens 437 Zivilisten getötet und mehr als 2600 verletzt. Der Diplomat wies darauf hin, dass diese Zahlen die höchsten seit Mai 2022 seien und, seiner Meinung nach, zusätzlich für eine Eskalation und die Notwendigkeit eines Waffenstillstands sprächen.

Kontext: Verlegung nordkoreanischer Truppen nach Russland

Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund von Berichten über die anhaltende Ausweitung der Präsenz nordkoreanischer Truppen in Russland. Vor einer Woche hatte der stellvertretende Chef des Hauptnachrichtendienstes des Verteidigungsministeriums, Wadim Skibizki, über die Ankunft neuer nordkoreanischer Soldaten in Russland berichtet und darauf hingewiesen, dass bereits rund 400 Drohnenoperatoren aus Nordkorea auf Seiten Moskaus an Kampfhandlungen teilnehmen. In den Medien wurde zudem über die Vorbereitung einer neuen Truppenverlegung Nordkoreas nach Russland berichtet; Anzeichen für eine sofortige Stationierung liegen den vorliegenden Informationen zufolge jedoch noch nicht vor.

Aufmerksamkeit für besetzte Gebiete und verbrachte Kinder

Zusammenfassend appellierte der südkoreanische Vertreter darum, besondere Aufmerksamkeit auf die vorübergehend besetzten Gebiete zu richten, wo die Zivilbevölkerung besonders verwundbar gegenüber Rechtsverletzungen und Sicherheitsbedrohungen bleibe. Er betonte auch die Bedeutung der Frage der Rückkehr der zwangsverbrachten Kinder und anderer Zivilisten, die derzeit fernab ihrer Familien seien.