Botschaft anlässlich des 78. Jahrestages der Gründung der DPRK
Der nordkoreanische Führer Kim Jong-un hat Präsident Wladimir Putin ein offizielles Schreiben übermittelt, in dem er die Absicht Pjöngjangs erklärte, die Zusammenarbeit mit Moskau „zu erweitern und zu vertiefen“. Laut Berichten wurde die Botschaft am Montag als Antwort auf Putins Glückwünsche anlässlich des 78. Jahrestages der Gründung der DPRK überreicht. Der Briefwechsel wurde damit zu einem weiteren Element des diplomatischen Dialogs zwischen den beiden Hauptstädten, der in den letzten Monaten vor dem Hintergrund einer Annäherung der außenpolitischen Positionen deutlich intensiviert wurde.
„Bündnisverhältnis“ und Ausweitung der Zusammenarbeit „in allen Bereichen“
Im Text der Botschaft betonte Kim Jong-un, dass die Regierung der DPRK „entschlossen“ sei, die Zusammenarbeit mit Russland „umfassend“ auszubauen. Grundlage dieser Zusammenarbeit nannte er Freundschaft, gegenseitige Hilfe und das, was er ausdrücklich als „Bündnisverhältnis“ zwischen den beiden Ländern bezeichnete. Diese Formulierung unterstreicht, dass Pjöngjang bestrebt ist, den Charakter der bilateralen Beziehungen, der über eine gewöhnliche Freundschaft hinausgeht, auf offizieller Ebene zu festigen.
Zuversicht über den Sieg Russlands und „unveränderliche Unterstützung“
Eine besondere Betonung im Brief liegt auf der Unterstützung Moskaus in seinem militärischen Konflikt. Kim Jong-un äußerte seine Zuversicht über den „Sieg Russlands“ in dem, was er als „heiligen Krieg zur Verteidigung der Sicherheitsinteressen des Landes und der internationalen Gerechtigkeit“ bezeichnete. Wie die Agentur Reuters anmerkt, verweist diese Formulierung wahrscheinlich auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine, obwohl der nordkoreanische Führer den Konflikt im Text des Briefes nicht namentlich nennt. Zusammenfassend schwor Kim Jong-un Putin und dem russischen Volk „unveränderliche Unterstützung“.
Parallele Botschaft an Xi Jinping
Neben der Adresse an Putin übermittelte Kim Jong-un am Sonntag eine inhaltlich ähnliche Botschaft an den chinesischen Staatschef Xi Jinping. Darin erklärte er, dass Nordkorea beabsichtige, mit China zusammenzuarbeiten, um die „traditionelle Freundschaft“ weiterzuentwickeln und die „gemeinsame sozialistische Sache“ voranzutreiben. Die gleichzeitige Übermittlung von Briefen an zwei Schlüsselverbündete zeigt den Versuch Pjöngjangs, die Beziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Peking synchron zu pflegen.
Kontext: Putins August-Botschaft und die Besorgnis Peking
Erinnert sei daran, dass Putin bereits im August in einer Botschaft an Kim Jong-un anlässlich des Jahrestages der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft erklärte, dass Russland und die DPRK „in allen Bereichen“ zusammenarbeiten und ihre Anstrengungen für die regionale Sicherheit koordinieren. In diesem Zusammenhang drückt Peking laut Forbes Besorgnis über die Vertiefung der Beziehungen zwischen Russland und Nordkorea aus: In China befürchtet man, dass eine solche Annäherung den Einfluss der VR China auf Pjöngjang schwächen und die Lage in der Region destabilisieren könnte. Genau in dieser dreigliedrigen Dynamik – Moskau, Pjöngjang, Peking – ist der neue Brief von Kim Jong-un zu betrachten.