Die ukrainische Rhythmische Sportgymnastin Taisija Onofrijtschuk, die 18 Jahre alt ist, hat ihre Bilanz des Auftritts bei der Weltmeisterschaft 2026 gezogen, bei der sie ein historisches „Gold“ im Reifenwettbewerb gewann. Diese Auszeichnung war der erste individuelle Sieg der Ukraine in den Einzelwettbewerben seit 13 Jahren. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Verweis auf „Suspilne Sport“. Die Athletin sprach über einen kontrastreichen Wettbewerb, in dem die Fehler in der Qualifikation von sicheren Finalauftritten abgelöst wurden, und teilte ihre Pläne für den Rest der Saison sowie die Vorbereitung auf den olympischen Zyklus.
Kontrastreicher Wettbewerb: von Fehlern in der Qualifikation bis zum Podium
Die Weltmeisterschaft 2026 war für die ukrainische Gymnastin äußerst zwiespältig. In der Qualifikationsrunde verhinderten Fehler, dass Onofrijtschuk in die Finals mit dem Ball und dem Band einziehen konnte, was einen schweren Schlag für ihre Turnierstrategie darstellte. Im Einzel-Mehrkampf belegte die Athletin den vierten Platz, verfehlte das Podium knapp und, was besonders schmerzlich war, die erste namentliche Olympiaqualifikation für die Spiele in Los Angeles. Dennoch gelang es der Ukrainerin in den Einzelwettbewerben, zwei Medaillen zu gewinnen und den schwierigen Wettbewerb in einen Gesamterfolg zu verwandeln.
„Gold“ im Reifen: Glaube und Schock zugleich
Das Finale im Reifenwettbewerb war der Höhepunkt des Auftritts von Onofrijtschuk bei der Weltmeisterschaft. „Es gab sehr starke Nervosität, es war schwer, sich mental zu sammeln. Aber es gab den Glauben, dass ich im Reifen Erste werden kann. Ich erwartete den ersten Platz, aber es war zugleich ein Schock“, teilte die Gymnastin mit. Diese Goldmedaille beendete einen 13-jährigen Zeitraum ohne individuelle Medaillen der Ukraine bei den Weltmeisterschaften in den Einzelwettbewerben der Rhythmischen Sportgymnastik und wurde zu einem wichtigen Signal für den nationalen Verband und die Fans.
Silber an den Keulen: verpasstes zweites „Gold“ und 0,1 Punkte
Laut Onofrijtschuk hatte sie eine reale Chance, zwei Goldmedaillen zu gewinnen. Im Finale an den Keulen machte die Ukrainerin jedoch einen Fehler im abschließenden Teil des Übungen, was ihr den ersten Platz kostete. Am Ende belegte sie den zweiten Platz und lag nur 0,1 Punkte hinter der Siegerin. So ein minimaler Abstand unterstreicht, wie nah die Athletin an einem Doppelsieg bei der Weltmeisterschaft war und zeigt zugleich, wie dünn die Grenze zwischen Gold und Silber in der Rhythmischen Sportgymnastik auf höchstem Niveau ist.
Herbst ohne Pause: Grand Prix in Brünn und Klub-WM in Japan
Nach einer einwöchigen Pause, die ihr erlaubte, sich vom emotional aufgeladenen Weltmeisterschaftswettbewerb zu erholen, hat Taisija bereits das Training wieder aufgenommen. Der nächste große Start der Saison ist für den 12.–13. September in Brünn (Tschechien) angesetzt, wo die Grand-Prix-Finalrunde ausgetragen wird. Anschließend findet im Oktober in Japan die Klub-Weltmeisterschaft Aeon Cup statt, an der Onofrijtschuk ebenfalls teilnehmen plant. Beide Wettkämpfe werden wichtige Kontrollpunkte vor dem winterlichen Vorbereitungsblock sein.
Vorbereitung auf die neue Saison: Update der Programme und Kampf um die Olympiaqualifikation
Gemeinsam mit der Cheftrainerin Irina Deryugina plant die Gymnastin, mindestens zwei Programme – mit dem Reifen und den Keulen – bis Januar zu überarbeiten. Wie die Athletin selbst im Interview betonte, werden genau diese beiden Disziplinen bei der Überarbeitung der Choreografie und der musikalischen Begleitung Priorität haben. Parallel wird Onofrijtschuk den Kampf um die namentliche Olympiaqualifikation in der Serie der Weltcups fortsetzen, da der vierte Platz im Mehrkampf bei der WM 2026 ihr keinen automatischen Startplatz für die Spiele in Los Angeles bescherte. Zuvor wurde in der ukrainischen Rhythmischen Sportgymnastik über das Karriereende von Kristyna Pohonetschka berichtet, was die Rolle von Onofrijtschuk in der Nationalmannschaft vor dem olympischen Zyklus noch bedeutender macht.