Die Kapitänin der ukrainischen Rhythmischen Sportgymnastik-Nationalmannschaft, Taisija Onofriichuk, setzte ihre Siegesserie auf internationaler Ebene fort und sicherte sich die Goldmedaille im Einzel-Mehrkampf beim Grand-Prix-Stopp in Brünn (Tschechien). Die 18-jährige Schützlingin von Irina Derjugina präsentierte sich über das gesamte Turnier auf hohem Niveau, distanzierte ihre Hauptkonkurrentinnen souverän und fügte ihrer Sammlung einen weiteren Titel als absolute Etappenmeisterin hinzu. Das Endergebnis der Ukrainerin: 117,900 Punkte – eine der besten Wertungen der aktuellen Saison und ein eindrucksvoller Beweis für ihren Status als eine der stärksten Gymnastinnen der Welt.
Belastungsintensives Format und Stabilität unter Druck
Das Turnierformat in Brünn zählte zu den härtesten im Kalender: Die Teilnehmerinnen mussten alle vier Apparate – Reifen, Ball, Kürbels und Band – an einem einzigen Tag präsentieren. Eine solche Belastung stellt sowohl die körperliche Ausdauer als auch die Konzentration auf die Probe, insbesondere bei einem dichten Wettkampfprogramm. Trotz alledem zeigte Onofriichuk vorbildliche Stabilität: Ohne Einbrüche oder technische Fehler absolvierte sie alle vier Übungen und hielt über den gesamten Tag hinweg ein hohes Punkterniveau – ein entscheidender Erfolgsfaktor in einem solchen Format.
Großmeisterliche Kürbels-Wertung
Der Höhepunkt des Auftritts der Ukrainerin war ihre Kürbels-Übung, für die die Kampfrichter 30,1 Punkte vergaben. Nach den geltenden Regeln gilt eine solche Wertung als großmeisterlich und ist ein Marker für ein exekutives Eliteniveau. Genau diese Übung ermöglichte es Onofriichuk, sich von ihren Verfolgern abzusetzen und die Führung im Mehrkampf zu sichern. Die Summe über die vier Apparate – 117,900 Punkte – war nicht nur siegreich, sondern zugleich eines der ergiebigen Auftritte der Saison in ihrer Ausführung.
Endtabelle: Silber für Kasachstan, Bronze für Polen
Um das „Silber“ im Mehrkampf kämpfte die kasachische Vertreterin Akmaral Jerkeschewa, die 116,500 Punkte erzielte. Die Bronzemedaille gewann Liliana Lewinska aus Polen mit 108,250 Punkten. Damit betrug der Abstand zwischen dem ersten und zweiten Platz 1,4 Punkte, was bei der Dichte des Grand-Prix-Niveaus von einem hohen Wettbewerbsdruck und der Präzision der Ukrainerin in jedem der vier Apparate zeugt. Die kasachische Seite bestätigte das Ergebnis von Jerkeschewa in ihren Sportmedien, was die Medaillenverteilung glaubwürdig und widerspruchsfrei macht.
Drittes Gold der Saison und die anderen Ukrainerinnen
Der Sieg in Brünn war für Onofriichuk bereits der dritte im Einzel-Mehrkampf bei Grand-Prix-Stationen der aktuellen Saison – zuvor hatte sie Gold in Tartu (Estland) und Marbella (Spanien) geholt. Solch eine Serie unterstreicht den systematischen Charakter ihrer Form. Was die übrigen Gymnastinnen der Nationalmannschaft betrifft, so verfehlte Polina Karika den Podestplatz knapp und belegte mit 107,200 Punkten den vierten Platz, während Anastassija Ikan mit 101,900 Punkten den achten Rang erreichte. Beide Ukrainerinnen behielten dennoch ihre Chancen auf Medaillen in den Einzelapparaten.
Einzelapparate-Finals: der entscheidende Tag
Neben dem Mehrkampf-Sieg qualifizierte sich Onofriichuk von Platz eins aus in alle vier Einzel-Finals – im Reifen, Ball, Kürbels und Band. Um die Medaillen in den Einzelapparaten kämpfen ebenfalls Karika (Reifen, Ball) und Ikan (Kürbels, Band). Die entscheidenden Auftritte finden am Sonntag, dem 13. September, statt und werden die endgültige Medaillenausbeute der ukrainischen Nationalmannschaft bei diesem Stopp bestimmen. Separat erinnert die Redaktion daran, dass zuvor in ukrainischen Sportmedien über das überraschende Karriereende einer ukrainischen Weltmeisterin der Rhythmischen Sportgymnastik berichtet wurde; im Kontext des vorliegenden Artikels handelt es sich um eine andere Sportlerin und nicht um Onofriichuk, die ihre aktive Wettkampfkarriere fortsetzt.