Crossover kamen als vereinfachte Alternative zu klassischen Geländewagen auf den Automarkt, doch in den letzten Jahren haben sich die meisten Modelle in diesem Segment zu hohen Schräghecklimousinen ohne echtes Offroad-Potenzial entwickelt. Dennoch sind voll funktionsfähige Allrad-Optionen nach wie vor in Autohäusern vertreten — und es sind gar nicht so wenige, wie es auf den ersten Blick scheint. RBC-Ukraine hat eine Übersicht über fünf neue, günstige Crossover mit echtem Allradantrieb zusammengestellt, die selbst die Erwartungen derer erfüllen können, die regelmäßig das Asphalt verlasse.

Crossover ist kein Geländewagen: Wo die Grenze verläuft

Bevor wir konkrete Modelle analysieren, ist es wichtig, Crossover-„Geländewagen“ klar von echten Leiterrahmen-Offroadern zu trennen. Echte Geländewagen weisen eine Reihe konstruktiver Unterschiede auf: Leiterrahmen-Architektur, Untersetzungsgetriebe, Verteilergetriebe, Geländebereifung und eine beträchtliche Bodenfreiheit. Einzelne Elemente aus dieser Liste findet man zwar auch bei Crossovern, aber nicht alle auf einmal, und das wichtigste Merkmal — die Rahmenkonstruktion — fehlt Crossovern prinzipiell. Das macht Crossover keineswegs nutzlos: Für Stadt, Autobahn und moderates Gelände sind sie durchaus geeignet, aber in dichten Wäldern oder Steinbrüchen sollte man sie lieber nicht einsetzen.

Jeep: Elektromotor statt Kardanwelle und 400 mm Wattiefe

Es ist kein Zufall, dass Jeep in dieser Auswahl an Allrad-Crossovern den ersten Platz einnimmt — jene Marke, die einst das Genre der leichten, erschwinglichen Offroader begründete. Natürlich ist er von kompromisslosen Vorfahren wie dem Willys und Wrangler weit entfernt, aber eine Bodenfreiheit von 210 mm und eine Wattiefe von 400 mm bedeuten in Kombination mit dem Allradantrieb eine Menge. Dabei ist der 4×4-Modus untypisch realisiert: An der Hinterachse sitzt ein Elektromotor mit 21 kW Leistung anstelle der gewohnten Kardanwelle, des Verteilergetriebes und zweier Differentiale. Vorne kommen ebenfalls Technologien des 21. Jahrhunderts zum Einsatz — ein Benzinmotor im Gespann mit einem Hybridsystem und einem Automatikgetriebe. Das Fahrzeug ist zudem bestens für den Stadtverkehr angepasst: Es fährt bis zu 50 % der Stadtstrecken rein elektrisch und verfügt über einen reinen Elektromodus für bequemes Einparken.

Suzuki Vitara: Das zwölfte Jahr der vierten Generation und „Klassik“ im Innenraum

Dieses Modell wirkt wie das sportlichste in der Auswahl. Sein 1,4-Liter-Turbomotor — derzeit die einzige Antriebsoption — macht das Auto spritzig, drehfreudig und beschleunigungsfreudig in jedem Gang und bei jedem Tempo, was auch für die Version mit 6-Gang-Automatik gilt. Unterdessen wird der Vitara in seiner vierten Generation bereits im zwölften Jahr gebaut — weshalb ihn Fans klassischer Lösungen schätzen: analoge Rundinstrumente, ein klassisches hydromechanisches Automatikgetriebe und eine Fülle physischer Tasten auf dem Armaturenbrett. Zum Allradantrieb: Ja, das ist nicht mehr jener rahmenbasierte „Vitara“ — der kompromisslose Offroader, der das Modell in den ersten drei Generationen war. Aber eben auch kein Weichspüler-SUV mit nominalem AWD, wie es die Mehrheit seiner heutigen Klassenkameraden ist. Auf lockerem Untergrund lässt sich die Lamellenkupplung des Suzuki Vitara manuell sperren, und im Automatikmodus schaltet sie die Hinterachse blitzschnell zu, um ein Eingraben des Fahrzeugs zu verhindern. Eine Seltenheit im Segment: Die Kupplung hält auch längeren Geländefahrten stand, ohne zu überhitzen. Testfahrer loben zudem die effektive Arbeit der Quersperren.

Subaru Crosstrek: Boxermotor, Symmetrischer AWD und 220 mm Bodenfreiheit

Ein weiteres Auto mit viel Klassik, allerdings reiner „Subaru“-Klassik: ein horizontaler Boxermotor — ein durchzugsstarker Hubraumriese (2,0 l, 156 PS), permanenter symmetrischer Allradantrieb und japanische Zuverlässigkeit. Das Getriebe ist ausschließlich automatisch — ein hauseigenes CVT, das in seiner Abstimmung perfekt auf Motor und Allrad abgestimmt ist. Äußerlich ist der Crosstrek zwar kein reiner Offroad-Maßstab, setzt aber ein klares Statement für den direkten Kontakt zur Natur: schwarze Kunststoffbeplankung rundum und eine hohe Bodenfreiheit von 220 mm. Zu den Minuspunkten zählen die einfache Innenraumverkleidung und das eher überschaubare Platzangebot.

Renault Duster: Der Hauptanwärter auf den Titel des „Volks-Crossovers“

Muss man den Duster noch groß vorstellen, der in allen Generationen die ukrainischen Verkaufslisten anführte — und das nicht nur unter Crossovern, sondern unter allen Personenkraftwagen? Das Hauptmerkmal dieses Modells ist seine maximale Anpassung an die hiesigen Einsatzbedingungen. Dazu gehören die hohe Bodenfreiheit (217 mm in der 4×4-Version), günstige Unterhaltskosten und Robustheit. Eine derart strapazierfähige, schluckfreudige und auf holprigen Straßen komfortable Federung findet man sonst wohl nirgendwo. In der Ukraine wird der Renault Duster mit drei Motoren zur Auswahl angeboten — 1,5-Liter-Diesel sowie 1,2- und 1,3-Liter-Benziner, was eine Ausnahme in dieser Auswahl darstellt. Mit dem 4×4-Antrieb wird jedoch ausschließlich der downgegradete 1,2-Liter-Turbo-Benziner in Kombination mit einem Hybridsystem angeboten.

Mazda CX-30: „Alte Schule“ und gehobene Ausstattung

Wir wagen zu behaupten, dass dies das am reichsten ausgestattete Fahrzeug in dieser Gruppe ist — auch in technischer Hinsicht. Obwohl der CX-30 kein altes Modell ist, wurde er in vielerlei Hinsicht nach den Kanonen der alten Schule entworfen: ein hubraumstarker 2,0-Liter-Saugmotor, durchdachte Ergonomie und eine Liebe zum Detail, die im Segment der Budget-Crossover immer seltener wird. Genau diese Kombination aus erschwinglichem Preis, Allradantrieb und hohem Ausstattungsniveau macht den CX-30 zu einem der interessantesten Angebote für alle, die nicht nur ein „hohes Auto“, sondern einen Crossover mit echten Fähigkeiten suchen.