Die groß angelegte Kampagne mit Langstreckenanschlägen der ukrainischen Verteidigungskräfte hat zu einer tiefgreifenden Treibstoffkrise in Russland geführt, wie sie in den letzten Jahrzehnten nicht dagewesen ist. Die Folgen der Angriffe machen sich nicht nur in Lieferunterbrechungen bemerkbar, sondern auch in einer langfristigen Verringerung der Produktionskapazitäten des Landes.
Lähmung der Ölinfrastruktur
Die Analyse von Daten von S&P Global Energy und Satellitenbildern zeigt eine kritische Lage an russischen Ölraffinerien. Journalisten und Experten stellen fest, dass die Reparaturarbeiten an den beschädigten Objekten extrem langsam voranschreiten. Dies führt dazu, dass die Folgen der Deep-Strike-Angriffe wochen- und sogar monatelang spürbar bleiben.
Zum Zeitpunkt der Analyse verarbeiteten einige strategisch wichtige Unternehmen überhaupt kein Öl. Zu den Raffinerien, die ihren Betrieb eingestellt haben, zählen Anlagen in:
- Kirischy;
- Tuapse;
- Samara;
- Sysran.
Langfristige Folgen und technologischer Durchbruch
Experten warnen, dass den Unternehmen auch nach Wiederaufnahme des Betriebs mehr als ein Jahr benötigt wird, um auf das vorherige Produktionsniveau zurückzukehren. Die Situation wird dadurch verschärft, dass die russischen Drohnenschutzsysteme nicht in der Lage sind, massive Angriffe effektiv abzuwehren.
Statistiken bestätigen eine drastische Eskalation der Aktivität. Seit Anfang 2026 wurden russische Raffinerien mindestens 194 Mal von ukrainischen Truppen angegriffen. Das ist elfmal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Leiter des Programms für Eurasien beim Deutschen Rat für internationale Politik, Stefan Maaß, erklärt diese Erfolge mit einem technologischen Durchbruch Kiews: »Ukraine hat einen technologischen Durchbruch erzielt, der eine erhebliche Steigerung der Produktion von Langstreckendrohnen und deren Massenproduktion ermöglicht hat«.
Neue Ziele und Angriffe auf Branchenführer
In letzter Zeit wurden Ziele angegriffen, die zuvor als unangreifbar galten. Vor kurzem griffen die Verteidigungskräfte eine der größten Raffinerien Russlands an. Laut RBK-Ukraine wurde eine Raffinerie getroffen, die zu den fünf größten im angreifenden Land gehört.
Parallel zu den Angriffen auf die Energieinfrastruktur rückt auch der Angriff auf Logistik-Giganten in den Fokus. Insbesondere wurde bekannt, warum die Ukraine tatsächlich begann, die Infrastruktur von Wildberries anzugreifen, was auf eine Erweiterung des Spektrums der Ziele für Langstreckendrohnen hindeutet.