Der Staatliche Grenzschutzdienst der Ukraine (GBS) hat bestätigt, dass alle Grenzübergangsstellen an der Staatsgrenze im Normalbetrieb funktionieren. Die Grenzschützer lassen weiterhin Bürger und Fahrzeuge passieren; die Behörde betonte ausdrücklich, dass dies auch für jene Kontroll- und Grenzübergangsstellen (KGS) gilt, die zuvor Ziel russischer Beschuss waren. Bislang liegt kein offizielles Statement über die Einstellung des Betriebs oder eine Einschränkung der Funktion irgendwelcher Stellen vor.
Normalbetrieb auch an zuvor beschossenen KGS
Wie der GBS anmerkte, bleibt die Lage an den Grenzübergangsstellen stabil: Die Grenzschützer stehen im Dienst und ermöglichen die Grenzüberquerung in der üblichen Reihenfolge. Die Behörde hob besonders hervor, dass der Normalbetrieb auch an jenen Stellen aufrechterhalten wird, die in den letzten Tagen Angriffen ausgesetzt waren. Das bedeutet, dass laut Grenzschutz keine der Stellen dauerhaft wegen feindlicher Schläge aus dem Betrieb genommen wurde.
Passagierverkehr: Zahlen vom Grenzschutz
Der Vertreter des GBS, Andrej Demtschenko, nannte aktuelle Kennzahlen zur Grenzüberquerung. Seinen Angaben zufolge überqueren an Werktagen rund 110.000 Bürger die Grenze, im Sommer lag dieser Wert bei 110.000–115.000. An Wochenenden schwankt der Passagierverkehr zwischen 120.000 und 125.000 Grenzüberquerungen, im Sommer erreichte er etwa 150.000. Diese Zahlen zeigen, dass der Bürgerstrom über die Grenzübergangsstellen trotz der angespannten Lage hoch und stabil bleibt.
Angriffe auf Grenzübergangsstellen in den letzten Tagen
In den letzten Tagen wurden mehrere Grenzübergangsstellen an der ukrainischen Grenze von Russland aus angegriffen. In der Nacht vom 9. September wurde der internationale Grenzübergang „Starokasatsche“ an der Grenze zu Moldau von Kampfdrohnen angegriffen; dabei gab es Tote und Verletzte. Zuvor hatte der Feind die Kontroll- und Grenzübergangsstelle „Orlowka“ an der Grenze zu Rumänien angegriffen, woraufhin die Stelle vorübergehend den Betrieb einstellte. Die Aussagen über den Normalbetrieb erfolgen also vor dem Hintergrund realer Kampfschläge gegen die Grenzinfrastruktur.
Widersprüchliche Angaben
In den offiziellen Erklärungen und in den Fakten bestehen gewisse Unstimmigkeiten, die ehrlich widerzuspiegeln ist. Einerseits behauptet der GBS, dass „alle Grenzübergangsstellen im üblichen Modus arbeiten“, und meldet keine Einstellung ihrer Funktion. Andererseits wird im selben Kontext anerkannt, dass die KGS „Orlowka“ nach dem Angriff „vorübergehend den Betrieb einstellte“ und dass es am Punkt „Starokasatsche“ infolge des Drohnenangriffs Tote und Verletzte gibt. Die allgemeine Formulierung vom Normalbetrieb koexistiert also mit den Fakten vorübergehender Stilllegungen und menschlicher Opfer an einzelnen Stellen. Der Unterschied zwischen „vorübergehend eingestellt“ und „alles arbeitet normal“ lässt sich durch die Wiederherstellung des Grenzverkehrs nach lokalen Vorfällen erklären; der Fakt der vorübergehenden Einstellung einzelner KGS wird in den Erklärungen der Behörde jedoch nicht direkt bestritten.
Was das für die Bürger bedeutet
Für Reisende besteht der Schlüsselaschluss darin, dass die Grenzüberquerung laut GBS in normaler Reihenfolge möglich ist und der Passagierverkehr hoch bleibt. Gleichzeitig sollten die Bürger bedenken, dass einzelne Stellen nach Angriffen vorübergehenden Einschränkungen unterliegen können; vor einer Reise empfiehlt es sich daher, den aktuellen Status der jeweiligen KGS zu prüfen. Die Behörde registriert ihrerseits keine systematische Einstellung der Grenzübergangsstellen und betont die Fortsetzung des Grenzverkehrs.