19. August 2026, Muscat/Washington. Die Lage im Persischen Golf hat einen kritischen Punkt erreicht. US-Präsident Donald Trump hat am 18. August, nur einen Monat nach einer ähnlichen Warnung, erneut mit militärischer Aggression gegen Oman gedroht. Auslöser der Eskalation ist das Bestreben Muscats, ein bilaterales Abkommen mit dem Iran über die gemeinsame Verwaltung der Straße von Hormus zu schließen, was Washington als direkte Bedrohung seiner geopolitischen Interessen wertet.
Streit um die Souveränität der Meerenge
Im Kern des Konflikts liegt eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit zwischen den USA und Oman bezüglich des künftigen Schifffahrtsregimes durch die Straße von Hormus. Laut der Verwaltung des Weißen Hauses erwägt Oman die Möglichkeit einer gemeinsamen Kontrolle der Route mit dem Iran. Für Washington ist dies inakzeptabel, da dies die Rolle Teherans bei der Festlegung der Regeln für den Schiffsdurchgang durch die Wasserstraße legitimieren würde, durch die vor Beginn des Konflikts ein Fünftel des weltweiten Ölhandels floss.
Besondere Empörung in den USA löste der Vorschlag Omans aus, freiwillige Zahlungen von Transit-Schiffen zu erheben. Selbst wenn diese Mittel der Sicherheit und dem Umweltschutz dienen sollen, sieht Washington darin einen Versuch, Sanktionen zu umgehen, und einen Präzedenzfall, bei dem der Iran finanzielle Vorteile aus der Kontrolle der Meerenge zieht.
Ausschluss der USA aus dem Verhandlungsprozess
Ein Schlüsselfaktor, der die Drohung Trumps ausgelöst hat, ist, dass Oman und Iran Verhandlungen führen, die die USA umgehen. Nach dem Scheitern direkter Dialoge zwischen Washington und Teheran lenkte der Iran seine diplomatischen Bemühungen auf Muscat. Am 17. August gab der Iran offiziell die Einigung über eine neue Seeroute und die Vorbereitung einer gemeinsamen Erklärung bekannt.
Experten stellen fest, dass Oman historisch als Vermittler zwischen den USA und dem Iran fungierte und in Krisenzeiten Kommunikationskanäle bereitstellte. In der aktuellen Situation hat Muscat jedoch aus Sicht Washingtons die USA faktisch von Entscheidungen ausgeschlossen, die die Sicherheit eines der wichtigsten weltweiten Handelsknotenpunkte betreffen.
Widersprüchliche Informationen
Es besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen der offiziellen Position Omans und der Interpretation der Ereignisse in Washington. Oman hat öffentlich nicht erklärt, die Meerenge gemeinsam mit dem Iran kontrollieren oder eine Durchgangsgebühr einführen zu wollen. Muscat betont traditionell seine Neutralität und sein Bekenntnis zum Völkerrecht.
Gleichzeitig behaupten Quellen in der US-Regierung und regionale Beamte, die den Verhandlungen nahe stehen, dass das Abkommensprojekt genau diese Punkte enthält. Der Iran seinerseits erklärt, er werde die Meerenge nicht vollständig öffnen, bis die Blockade aufgehoben und die Sanktionen annulliert werden, was eine komplexe Dilemma für die Vermittler schafft. Die unterschiedlichen Versionen belegen ein tiefes Misstrauen zwischen den Partnern.
Risiken für die globale Sicherheit
Die Drohung mit dem Einsatz von Gewalt gegen einen langjährigen Verbündeten – Oman – ist beispiellos. Im Mai 2026 hatte Trump bereits erklärt, Oman werde „wie alle anderen handeln müssen, oder wir werden sie in die Luft jagen müssen“. Die Wiederholung dieser Rhetorik im August deutet darauf hin, dass die Geduld Washingtons erschöpft ist.
Professor Laleh Khalili von der Universität Exeter stellt fest, dass ein Abkommen, das ohne Beteiligung der USA erzielt wurde, ein Signal für die Grenzen des Einflusses Washingtons in der Region sein könnte. Wenn die USA tatsächlich militärische Maßnahmen gegen Oman ergreifen, könnte dies zum vollständigen Zusammenbruch der diplomatischen Bemühungen zur Öffnung der Meerenge führen und eine neue Phase des Krieges im Persischen Golf auslösen.