US-Präsident Donald Trump erklärte in einer Aussage im sozialen Netzwerk Truth Social den Beginn dessen, was er als „die verheerendste wirtschaftliche Operation in der Geschichte“ gegen den Iran bezeichnete. Seinen Worten zufolge geht Washington zu einem „wirtschaftlichen Krieg und einer Isolation beispiellosen Ausmaßes“ über, und jedes Land, dessen Finanzinstitute, Unternehmen, Flughäfen oder staatliche Strukturen Teheran bei der Umgehung des Drucks helfen, werde „enormen wirtschaftlichen Folgen“ ausgesetzt sein. Die Aussage erfolgte vor dem Hintergrund des seit Monaten anhaltenden Spannungsverhältnisses zwischen den USA und dem Iran, berichtet RBC-Ukraine.

„Wirtschaftlicher D-Day“ und Liste verbotener Methoden

Trump nannte ausdrücklich Praktiken, die seiner Auffassung nach sofort eingestellt werden müssen: Öl-Schmuggel, Währungsswaps, Bargeldüberweisungen, der Betrieb von Wechselstuben, die Registrierung von Schiffen unter ausländischen Flaggen und die Nutzung von Scheinfirmen. Der Präsident rief die Verbündeten der USA auf, sich der Isolation des Iran anzuschließen, und bezeichnete das iranische Regime als „Verrückte, die bereits am Seil hängen“, und wiederholte, dass der Iran „niemals eine Atomwaffe erhalten werde“. Er erklärte zudem, dass genau seine Administration Teheran die meisten Chancen auf ein Abkommen geboten habe, der Iran diese jedoch, seiner Einschätzung nach, „tragisch“ nicht genutzt habe.

Rhetorik über „zerstörte“ Flotte und Luftwaffe

In derselben Rede erklärte Trump, die iranische Flotte sei angeblich zerstört, die Luftwaffe vernichtet, die Rüstungswerke zu Trümmern geworden und die nationale Währung entwertet worden; danach, so seine Worte, halte sich das Regime „an einem Faden“. Diese Formulierungen gehen deutlich über die diplomatische Rhetorik hinaus und beschreiben die Lage faktisch als Ergebnis eines bereits abgeschlossenen militärischen Scheiterns des Iran, was nicht mit dem öffentlich bekannten Stand der Vereinbarungen zwischen den Parteien übereinstimmt.

Widersprüchliche Angaben

Die Darstellungen der Parteien und der faktische Kontext weichen voneinander ab. Auf der einen Seite beschreibt Trump den Iran als einen Staat mit zerstörter militärischer Infrastruktur und entwerteter Währung. Auf der anderen Seite wurde laut WSJ-Angaben, die im Kontext der Aussage dargelegt wurden, im Juni ein Memorandum über eine vorübergehende Waffenruhe unterzeichnet, und vor diesem Hintergrund bereitete der Iran Berichten zufolge Kräfte für eine mögliche Wiederaufnahme des Konflikts vor. Die Rhetorik über die „zerstörte“ Flotte und Luftwaffe wird also von unabhängigen Quellen nicht bestätigt und widerspricht der Logik der geltenden Waffenruhe. Zudem hatte Trump am Vortag erklärt, die Straße von Hormus zum US-Territorium erklären zu wollen, was im Iran jedoch verspottet wurde, indem auf die Unmöglichkeit hingewiesen wurde, die Kontrolle über die Straße „über einen Social-Media-Post“ zu erringen.

Reaktion der Verbündeten und regionaler Kontext

Laut The Washington Post wächst unter den US-Partnern im Persischen Golf die Unzufriedenheit: In der Region besteht zunehmend Besorgnis über die Unfähigkeit der Trump-Regierung, eine diplomatische Einigung mit dem Iran zu erzielen. Dies übt zusätzlichen Druck auf Washington aus, das gleichzeitig maximalen wirtschaftlichen Druck ankündigt und die Rhetorik vom unausweichlichen Scheitern Teherans aufrechterhält. Die erklärte „wirtschaftliche Operation“ fügt sich somit in eine breitere Vertrauenskrise zwischen den USA und ihren regionalen Verbündeten ein.

Was das für die Zukunft bedeutet

Die angekündigte Initiative verschiebt den Konflikt faktisch aus dem diplomatischen Rahmen in einen Modus totalen finanziellen Drucks mit der Drohung von Sekundärsanktionen für Drittländer. Die zentrale Frage bleibt, ob sich Verbündete und Transit-Jurisdiktionen dem „wirtschaftlichen D-Day“ anschließen und inwieweit es realistisch ist, die genannten Kanäle (Öl-Schmuggel, Währungsswaps, Scheinfirmen) ohne Schaden für die eigene Wirtschaft zu unterbrechen. Bis zum Erscheinen konkreter Rechtsakte und Sanktionslisten bleibt die Aussage ein politisches Signal und kein in Kraft getretener Mechanismus.